Aufräumen nach dem Sturm

Nicht immer schön, im Falle des Falles aber leider nicht zu ändern: Bei Borkenkäferbefall sind zumeist radikale Maßnahmen nötig. Foto: © dieter76 - fotolia

TENNENLOHE (pm/mue) - Er ist nur ein kleines, unscheinbares Insekt, und doch kann der Borkenkäfer enorme Schäden anrichten.


„Unter günstigen Bedingungen vermehren sie sich sprunghaft und können ganze Waldbestände zum Absterben bringen. Zum Schutz der Bäume werden wir in den kommenden Wochen die DBU-Naturerbefläche Tennenlohe durchforsten“, informiert Christian Stoewer vom Bundesforstbetrieb Reußenberg. Als Förster ist er unter anderem zuständig für die Fläche der gemeinnützigen Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), der DBU Naturerbe GmbH. Gerade nach Stürmen wie dem Orkan Niklas im April ist schnelles Handeln das Gebot der Stunde: Die kleinen, aber sehr gefräßigen Käfer nisten gerne in abgebrochenen Ästen oder Stämmen von Fichten. „Viele Nadelbäume haben unter dem Sturm gelitten. Die geschädigten Fichten und Kiefern werden wir großzügig entnehmen, um die vorhandenen standortgerechten Erlen und Eichen weiter zu fördern“, erläutert Stoewer. Priorität habe dabei der Randbereich der Liegenschaft, um die Gefahr eines eventuellen Ausbreitens vom Borkenkäfer auf benachbarte Wälder zu vermeiden. Die Maßnahmen seien mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth sowie der Unteren Naturschutzbehörde Erlangen abgestimmt. „Zum Einsatz kommen auch größere Spezialmaschinen mit Ketten und einer Bodenpanzerung“, so Stoewer weiter. Gerade im Hinblick auf die Munitionsbelastung auf dem ehemaligen US-Truppenübungsplatz weist der Förster darauf hin, dass interessierte Spaziergänger oder Fahrradfahrer die ausgewiesenen Wege trotz der Waldarbeiten nicht verlassen dürften.


Schon gewusst?

Der Borkenkäfer (Scolytinae) ist eine Unterart der Rüsselkäfer (Curculionidae) und spielt eine wichtige Rolle im Stoffkreislauf des Ökosystems Wald. Der Öffentlichkeit bekannt sind Borkenkäfer in erster Linie durch die starken Schäden, die einige Arten nach Massenvermehrungen als Forstschädlinge in Wäldern anrichten können. In Europa gibt es etwa 154, weltweit 4.000 bis 5.000 Arten.
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