Lodernde Flammen zur Sommersonnenwende

Johannisfeuer in Kunreuth am Sportgelände TSV Kunreuth. Foto: R. Rosenbauer

Tradition der Johannisfeuer wird weiter gepflegt

FORCHHEIM (rr) - Zur Sommer-Sonnenwende werden an den Wochenenden vor und nach dem längsten Tag des Jahres wieder viele Johannisfeuer lodern. Es ist ein schöner Anblick, wenn man als Wanderer von einer Anhöhe in die heraufziehende Nacht blickt und auf den Hügeln den Schein vieler Feuer betrachten kann. Oder man begibt sich direkt zu einem solchen Fest, wo meistens mit Musik, kalten Getränken und Gegrilltem gefeiert wird.


Es ist ein erstmals seit dem 12. Jahrhundert belegter Brauch. Als Symbol für die Sonne bzw. in christlicher Deutung für Christus werden in der Nacht der Johannistages große Scheiterhaufen angezündet. Heute macht man das nur noch, wenn die Sonnenwende direkt auf das Wochenende fällt. Um das Fest arbeitnehmerfreundlich zu gestalten, wird kaum noch unter der Woche gefeiert, sondern am Wochenende vor oder nach Johanni.
Traditionell wird der Sonnwendtag auch als Nachbarschaftsfest gefeiert. Man kommt zusammen um zu feiern und zu tanzen. Neue Nachbarn werden in die Gemeinschaft aufgenommen, Streitigkeiten beigelegt und Ämter vergeben. 
Um das Feuer zu tanzen oder darüber zu springen soll Glück bringen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten. Wer Holz ins Feuer wirft, wird damit gleichzeitig all sein Unglück los. Wirft man bestimmte Kräuter ins Feuer und sieht dann in die Flammen, so sollen Augenkrankheiten geheilt werden. Diese Johannisfeuer waren schon im Mittelalter üblich. Im 18. Jahrhundert wurden sie verboten, da man sie als abergläubischen Kult betrachtete. Doch schon im 19. Jahrhundert setzte sich dieser Brauch wieder durch.






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