Wenn die Biene stirbt ...

Vortrag bei der Rheuma-Liga AG Feucht


Zum monatlichen Treff hatte die Rheuma-Liga AG Feucht den „Bienen-Apotheker“ Wolfgang Mittwoch als Referenten über Apitherapie eingeladen. Albert Einstein wird das Zitat zugeschrieben: „Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“. – Die augenscheinlichste Funktion der Bienen sehen wir neben dem „Sammeln“ von Honig in der Bestäubung von blütentragenden Pflanzen / Bäumen, die Nahrung bieten für niedere und höhere Lebewesen in der Nahrungskette. In dem Vortrag wurde anhand von Beispielen deutlich, wie vielfältig Bienenprodukte in unserem Alltag Verwendung finden, nicht nur für die Ernährung, auch in der Kosmetik, der Heilkunde, ja sogar in der Technik.
Da sind kurz gesagt sechs „Erzeugnisse“ der Bienen: der allgemein bekannte Honig, Wachs, Pollen, Propolis, Gelée Royale und das Bienengift. Mittwoch erklärte die Zusammenhänge, die im und um den Bienenstock ablaufen, wie Bienen zusammenleben, sich fortpflanzen, sich schützen – seit über 100 Millionen Jahren. Wenn dies bisher trotz aller Veränderungen und Gefährdungen erfolgreich war, spricht das für sich. Egal ob kleine (Viren und Bakterien, Pilze) oder größere Feinde (Raubinsekten, Spitzmäuse, Wildtiere) – sie entwickelten Mechanismen sich zu wehren und zu behaupten. Die größte Gefahr für Bienen geht vom Menschen aus und seinen Verhaltensweisen. Durch pharmazeutische u. a. Umweltgifte, durch Importe von Tieren und Pflanzen/-teilen aus anderen Erdteilen, entstehen Situationen, auf die die Bienen mit ihrer lokal individuell entwickelten Überlebensstrategie nicht eingestellt sind. Bienenseuchen wie die Varroamilbe oder die Faulbrut sind die Folgen daraus, die den Tieren wie den Imkern das Leben schwer machen.
Aseptisch sind alle Produkte, die von Bienen stammen. Unter anderem deshalb auch die Heilwirkungen. In jeder Region des Globus gibt es individuelle Pflanzen und damit unterschiedliche typische Zusammensetzungen beispielsweise von Pollen oder Propolis. Unterschiedlich sind auch die Gefährdungen für Menschen, die Krankheiten wie beispielsweise Allergien auslösen können. Deshalb ist es speziell in Bezug auf die Heilwirkung von Bedeutung, dass die Produkte jeweils aus der Region kommen, in der man lebt. Außerdem ist wichtig, dass sie möglichst unvermischt und naturbelassen sind. Mittwoch zählte vielerlei Beispiele auf, bei denen Bienenprodukte nicht nur die Immunkräfte stärken, sondern individuell auch Heilung möglich wurde – wo pharmazeutische Mittel versagten, oder im Zusammenwirken mit ihnen.
Die Wirkmechanismen sind weitgehend noch nicht erforscht, und Pharmazeuten sind wenig daran interessiert dies zu fördern, denn sie sehen darin eine unerwünschte Konkurrenz durch die Natur, mit der sich kein lukratives Geschäft machen lässt. Da jede „Charge“ sich in den Inhaltsstoffen von den anderen unterscheidet – eben Natur – sind diese Stoffe auch nicht patentierfähig. Und Patente sind eben in heutiger Zeit die Basis für ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Die Arbeit des Imkers ist zeit- und kostenaufwändig, von Idealismus geprägt, doch in jüngster Zeit finden sich erfreulicher Weise wieder mehr Interessierte dafür.
-ww-
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