Kunreuth hat eine neue Mitte

Fränkisch und modern: Die neue Ortsmitte von Kunreuth. Foto: R. Rosenbauer

KUNREUTH (rr) – Kurze Wege waren immer schon ein Privileg der Einwohner von Kunreuth: Lebensmittelmarkt, Bäcker, Apotheke und drei Banken, dazu medizinische Versorgung vom Allgemeinarzt bis zum Zahnarzt. Jeder wichtige Gang kann zu Fuß erledigt werden.


Im April 2011 änderte sich das, als die Apotheke schloss. Die Volksbank zog aus dem Gebäude des Lebensmittelmarktes in die ehemalige Apotheke, und die Kunreuther mussten nach Effeltrich oder nach Forchheim fahren, um ihre Rezepte einzulösen. Wenig später zog sich auch die Bäckerei Wirth aus Kunreuth zurück. Die Grundversorgung der Bürger mit wichtigen Gütern des täglichen Bedarfs ließ sichtbar zu wünschen übrig.

Der heutige Forchheimer Landrat Dr. Hermann Ulm war im Jahr 2011 noch Bürgermeister von Kunreuth. Er wollte die Schließung der Apotheke nicht hinnehmen und suchte eifrig nach einem neuen Investor. Es gab wenig später zwar ein neues zentrales Ärztehaus im Ort, aber keine Apotheke. Eine kleine Lösung bot sich zunächst im Lebensmittelmarkt, wo Medikamente bei einer auswärtigen Apotheke bestellt und im Markt abgeholt werden konnten. Ulm schaffte es noch in seiner Amtszeit als Bürgermeister, den Investor in Effeltrich zu finden. Der dortige Apotheker Reinhold Krumm zeigte Interesse und baute unter Federführung des Architekturbüros Glauber die neue Apotheke für seinen Sohn Michael, der seine Ausbildung nach dem Studium gleich in Kunreuth beginnen kann.

Bei der Gelegenheit wurde in Poxdorf auch noch ein interessierter Bäcker gefunden, so dass im Zentrum Kunreuths, direkt neben der ehemaligen Apotheke und an den Bushaltestellen nach Forchheim und Gräfenberg ein neues Wohn- und Geschäftshaus entstand, welches die neue Mitte des Ortes bildet. Die Bäckerei Werner verkauft seit Mai leckere Brote und Frühstücksbrötchen, und die Apotheke nahm Ende Juni den Betrieb auf. Im kleinen Café lässt sich die Wartezeit auf den Bus gemütlich verkürzen. Für Autofahrer gibt es sieben Stellplätze.

Die Wege in Kunreuth sind endlich wieder kurz geworden, und die Gemeinde zeigt, dass man auch auf dem Land eine soziale Infrastruktur aufrechterhalten kann.
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