Deutschland bleibt Brillenland

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BERLIN (KGS) - Deutschland bleibt Brillenland: 40,1 Millionen Menschen (ab 16 Jahren) tragen hierzulande eine Sehhilfe, also fast zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung.


Diese Zahl ist seit rund 15 Jahren konstant hoch; auffällig stieg jedoch der Anteil der Brillenträger bei den 20- bis 29-Jährigen an. Waren es 2008 noch 26 Prozent, sind es jetzt 32 Prozent (1954 lag die Quote bei nur 11 Prozent). Zu diesen Ergebnissen kommt die frisch veröffentlichte „Brillenstudie“ des Instituts für Demoskopie Allensbach, die vom Kuratorium Gutes Sehen (KGS) in Auftrag gegeben wurde.

Augen müssen oft viel zu viel leisten

Dass heute bereits fast jeder dritte Twen eine Brille trägt, hängt auch mit den veränderten Lebensbedingungen zusammen: Immer mehr Menschen verbringen viel Zeit am Bildschirm oder Smartphone, was die Augen in besonderer Weise herausfordert und auch stark belasten kann. Laut Statistischem Bundesamt sind über 87 Prozent der deutschen Haushalte mit PCs, Laptops und/oder Tablet-PCs ausgestattet, 94 Prozent verfügen über Handys und Smartphones. Vor allem im Beruf steht der Computer oft im Mittelpunkt: Von den derzeit 42,6 Millionen erwerbstätigen Menschen in Deutschland arbeiten zirka 18 Millionen überwiegend am Bildschirm. Laufend benutzt werden zusätzlich noch Smartphones, Laptops und Tablet-PCs. Bei mobilen Endgeräten ist die Schrift oft so klein, dass schon ein minimales Sehdefizit zu einer Überanstrengung führen kann. Bei jungen Menschen sehen Wissenschaftler einen direkten Zusammenhang zwischen ausdauerndem „Nahsehen“ am Bildschirm und einer Zunahme der Kurzsichtigkeit (Myopie).

Schon länger gibt es individuell angepasste Brillen, die das Sehen an Bildschirmgeräten verbessern. Im Gegensatz zu Lesebrille und Gleitsichtbrille hat die so genannte Bildschirmarbeitsplatzbrille einen großen Sehbereich für die kurzen und mittleren Distanzen und ermöglicht so am Computer optimales Sehen bei entspannter Körperhaltung. Alle Altersgruppen können von diesem Angebot profitieren; der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, sich an den Kosten zu beteiligen. Wie die Allensbach-Studie zeigt, besteht bei den Brillenträgern hierzulande auch eine große Bereitschaft, sich eine solche zusätzliche Brille anzuschaffen.

Die Allensbacher Untersuchung zum Sehbewusstsein der Deutschen wird seit 1952 im Abstand von drei Jahren durchgeführt und basiert auf rund 3.000 Interviews mit ausgewählten Personen ab 16 Jahren.

www.sehen.de
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