Auszeichnung für gelebte Inklusion

Freude über eine verdiente Auszeichnung: Dr. Ursula Hahn, 1. Vorsitzende des Vereins Gesundheit und Medizin in Erlangen e.V. (l.), und Brigitte Nürnberger, Leiterin des „wabene“ (2. v. l.), mit dem „wabene“-Team. Foto: Verein Gesundheit und Medizin in Erlangen e.V.

ERLANGEN (pm) - Seit 2012 geht der „wabe e.V.“ mit einem Begegnungszentrum mit Bistrobetrieb in der Henkestraße innovative Wege bei der Wiedereingliederung psychisch kranker Menschen. Nun wurde das „wabene – Begegnungen im Zentrum“ mit dem Erlanger Medizinpreis in der Kategorie Gesundheitsförderung und Prävention ausgezeichnet.


„Es ist schön, durch diese Auszeichnung zu sehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir freuen uns über die Unterstützung durch den Verein Gesundheit & Medizin und die Stadt Erlangen vor allem auch deshalb, weil es für niederschwellige Kontakt- und Begegnungszentren für Menschen mit psychischen Erkrankungen keine Regelförderung gibt“, so Brigitte Nürnberger, Leiterin des „wabene“. Der Preis wird jährlich durch den Verein Gesundheit & Medizin in Erlangen e.V. ausgelobt und ist mit 500 Euro dotiert.

Selbstbewusstsein wiederfinden

„Dieser Ort der Begegnung ist gelebte Inklusion“, fasste Dr. Ursula Hahn zusammen. In ihrer Laudatio betonte die 1. Vorsitzende des Vereins, wie Konzept und Angebote von „wabene“ Menschen mit Psychiatrieerfahrung zugute kommen: „Diese suchen nach Möglichkeiten, wieder zum normalen Leben zurück zu finden und brauchen einen Ort, wo man ihnen entgegen kommen kann. Unauffällig, etikettenlos, manchmal unverbindlich, manchmal wohl eher struktursuchend.“ Neue Aufgaben, Kontakte und der Austausch seien wichtig, um sich nach Krisen oder wiederkehrenden psychischen Störungen wieder anzupassen und einzufügen – und sogar zu neuem Selbstbewusstsein zu finden.

Im Sinne der Inklusion bietet das „wabene“ in der Erlanger Henkestraße einen Platz, an dem sich Menschen mit und ohne psychische Erkrankungen begegnen können und dabei Berührungsängste abbauen. Unter dem Motto „Ohne Angst verschieden sein können“ wird Betroffenen eine leicht nutzbare und zugängliche Möglichkeit der Teilhabe geboten, um wieder in die Mitte der Gesellschaft zurück zu finden. Das fordert auch das Menschenrecht auf Teilhabe und Nicht-Diskriminierung, das in der Behindertenkonvention verankert ist.

Dass psychische Erkrankungen keine gesellschaftliche Randerscheinung sind, zeigt auch die zentrale Lage des Begegnungszentrums. Umgesetzt wird hier ein Konzept, das bislang einzigartig ist in Erlangen – an einem Ort, der nicht nur ungezwungene Begegnungen ermöglicht, sondern auch fachliche Kontakte vermittelt. Die Besucher des „wabene“ können neben dem offenen Bistrobereich auch an niederschwelligen Kontakt- und Begegnungsangeboten teilnehmen oder Tagesstättenplätze belegen.

Der Trägerverein „wabe e.V.“ arbeitet eng mit anderen Institutionen aus sozialpsychiatrischen Bereichen zusammen, ab Januar will das „wabene“-Team dann das Portfolio um die Bereiche „Ehrenamt“ und „Selbsthilfe“ erweitern.

Fast drei Jahrzehnte Dienst am Menschen

„wabe e.V. – Verein zur Wiedereingliederung psychisch kranker Menschen“ wurde 1987 gegründet und betreut und beschäftigt im Raum Erlangen in seinen verschiedenen Einrichtungen über 200 Menschen. Ziel des Vereins ist die psychosoziale Versorgung von psychisch erkrankten Menschen.

www.wabe-erlangen.de
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