Benefizkonzert "Harp & Harp" im Orpheum

Chris Schmitt, Lilo Kraus und Norbert Meyer-Venus im Orpheum
 
Beleuchter
Nürnberg: Orpheum | Nürnberg (li) Eva Schönauer konnte als 1. Vorsitzende im Namen des Freundeskreises Hallerwiese ein großes Publikum im Orpheum zum Konzert mit Lilo Kraus (Harfe), Chris Schmitt (Bluesharp) und Gast Norbert Meyer-Venus am Kontrabass begrüßen.

Der neue Vorstand Gesundheit für Krankenhäuser und ihre Entwicklung, Dr. Reiner Frommer, wurde um ein kurzes Grußwort gebeten. Er sei sehr beeindruckt vom Ansehen, das Cnopf'sche Kinderklinik und Hallerwiese genießen, von der sehr aktiven Unterstützung durch den Freundeskreis und der Verpflichtung für am Menschen orientierte Medizin. Um wirtschaftlich zu bleiben und die Aufgabe trotzdem zu erfüllen, seien ein hohes persönliches Engagement und eben auch die finanzielle Unterstützung durch einen Freundeskreis nötig. Der Erlös des Abends sei für eine I.T. gestützte Möglichkeit, Notfälle zu trainieren. Mit diesem Projekt übernehmen die Kliniken eine Vorreiterrolle.

Mit sanften Harfenklängen eröffnete Lilo Kraus, der Kontrabass setzte ein und die Bluesharp vervollständigte die Melodie einer Reminiszenz an den Sommer. Es folgte ein Tango triste für den Herbst. Humorvoll begründete Lilo Kraus die Musikauswahl damit, dass nur gute Konzerte gegen den Blues der kalten Jahreszeit helfen und dass es gut sei, dass es keine Grenzen mehr zwischen E- und U-Musik gäbe. Den anschließenden Tschaikowsky-Blues aus dem Nussknacker widmete sie allen Ballett-Tänzerinnen Nürnbergs, die so fleißig üben müssten wie gute Fußballer, aber leider nie so gut bezahlt würden.

Marienlieder von Oswald von Wolkenstein als mittelalterliche Liebeslieder verband sie mit einem Zitat des jüdischen Dichters Jakob Wassermann aus Fürth "Musik ist himmlische Mathematik zur Lösung irdischer Verwirrungen". Herauszuheben wäre ein Harfe Solostück von Luis Spor, der Geiger und Komponist war und für seine Frau, eine Harfinistin, eine Fantasie in C-Moll schrieb. Hierbei zeigte Lilo Kraus ihr großes Können, die reinen Klänge erfüllten das Orpheum. Mit dem letzten Stück Mercy, das sie mit Demut/Gnade übersetzte und ihrer Interpretation durch das Gedicht "Visite" von Hans-Magnus Enzensdorfer ging es in die Pause: "Der Mensch sollte sich demütig in die Schöpfung einordnen und sich der Gnade, leben zu dürfen, bewusst sein."

Nach der Pause zeigte Chris Schmitt sein Können mit der blues harp bei "Jump into shadows" und erklärte, dass es sich dabei tatsächlich um eine normale Mundharmonika handle, die nur ganz anders geblasen werde. Eine klangsinnliche Tonfolge "La Mer" von Debussy, Arabeske No. 1, widmete Lilo Kraus ihrem Enkelkind Simon, das gerade geboren wurde. Danach ging es nach Südamerika, zunächst nach Paraquay und über den sogenannten Che Guevara-Landler" zurück zu einem Landler aus ihrer Heimat, dem Bayerischen Wald. Eine Einstimmung auf die "stade Zeit" erfolgte mit Ceremony of Carols, einem Satz für Knabenchor und Harfe.

Das große Finale gestaltete das Trio mit Blues vom Feinsten und ebenso die Zugabe.
Es war ein wunderschöner Abend mit guter Musik, lyrischen Anregungen in einem passenden Ambiente, der zudem noch einen wohltätigen Zweck hatte.
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