Tipp: Nürnberg in frühen Fotografien 1850 bis 1880

Die Frauenkirche am Hauptmarkt, daneben das ehemalige Kürschnerhaus, das 1869 dem Bau des Telegrafenamtes Platz machen musste. (Foto: Stadtarchiv Nürnberg/unbekannter Fotograf,vor 1869)
 
Pegnitzpartie mit der Insel Schütt und den Häusern am nördlichen Flussufer. (Foto: Stadtarchiv Nürnberg/Léon Gerard, 1857)

NÜRNBERG (pm/nf) - Die Sommerausstellung des Nürnberger Stadtarchivs zählt seit einigen Jahren zu den Höhepunkten im Reigen der Sonderausstellungen und Events des Nürnberger Handwerkerhofes. Bis 13. September stehen diesmal frühe Fotografien der Jahre 1850 bis 1880 im Mittelpunkt, die nicht nur wertvolle Dokumente aus den Anfangsjahren der Fotografie sind, sondern auch einen spannenden Blick zurück in die Stadtgeschichte ermöglichen. Die Ausstellung kann zu den normalen Öffnungszeiten des Handwerkerhofes besucht werden, der Eintritt ist frei.

Vor genau 175 Jahren war die Geburtsstunde der Fotografie. Zeitgleich mit der Patentierung dieses neuen Mediums in Paris, experimentierten in Nürnberg die Mechanikerbrüder Carl Siegmund (1780-1857) und Peter Bauer (1783-1847) sowie der Drechsler Johann Jakob Heller (1801-1860) mit der Camera obscura. Sie fertigten selbst Daguerreotypien an, jene nur als Unikat existierenden Aufnahmen.

1840 konnte die Nürnberger Bevölkerung die ersten Fotografien in der Kunstausstellung des Albrecht-Dürer-Vereins bewundern. Bereits um die Mitte der 1840er Jahre richteten die beiden Maler Friedrich Hahn (1804- 1880) und Georg Schmidt (1811-1867) und der zuvor als Pharmazeut tätige Paul Sigmund Cramer (1810-1869) ihre fotografischen Anstalten ein. Damit etablierte sich ein neuer Beruf, der von Jahr zu Jahr mehr Personen anzog: Ist im Nürnberger Einwohnerbuch von 1846 lediglich ein Fotograf aufgeführt, so sind es 1860 sieben und 1873 steigt die Zahl bereits auf 23 an.

Neben den festen Ateliers besuchten in den 1840er und 1850er Jahren auch zahlreiche Wanderfotografen Nürnberg und richteten in Gastwirtschaften ihre temporären Aufnahmestudios ein. Unter ihnen finden sich berühmte Namen, wie der von Georg Böttger (1821-1901), der später in München zum Hoffotografen aufstieg. Auch der als Reisefotograf bekannte Franzose Léon Gérard (1817–1896) besuchte 1857 auf seiner Deutschlandreise die ehemalige Reichsstadt und hinterließ etliche Aufnahmen der noch mittelalterlich anmutenden Stadt.
Das Stadtarchiv Nürnberg verfügt über zwei Bestände mit Fotografien aus
der Frühzeit des Mediums: Den Bestand A 47, der nahezu 2000 Glasplattennegative und circa 600 Originalabzüge von Georg Schmidt und seinem als Fotograf des Industriezeitalters berühmt gewordenen Sohn Ferdinand (1847-1909) umfasst, und den Bestand A 60 mit rund 250 originalen Abzügen zumeist unbekannter Fotografen des 19. Jahrhunderts. Aus diesen beiden Beständen wurde die Auswahl für die diesjährige Sommerausstellung des Stadtarchivs Nürnberg im Handwerkerhof getroffen, die zum Teil noch nicht veröffentliche Fotografien der Stadt aus den Jahrzehnten zwischen der Romantik und dem Beginn der Hochindustrialisierung zeigt.

Dazu zählen die Ansicht der Pegnitzpartie mit der Insel Schütt von Léon Gérard aus dem Jahr 1857, die frühesten, aus den 1860er Jahren stammenden fotografischen Darstellungen der Karolinenstraße und der Äußeren Laufer Gasse sowie die Aufnahme der Ludwigstraße aus der Vogelperspektive mit den Gebäuden der Deutschordenskommende, die aus der Zeit vor 1862 datiert.

Weitere Informationen und Bildmotive zur Ausstellung unter
www.handwerkerhof.de

Öffnungszeiten Handwerkerhof:
Handwerkerhof:
Montag bis Samstag von 9.00 – 22.00 Uhr
Ladengeschäfte:
Montag bis Freitag von 10.00 - 18.30 Uhr
Samstag von 10.00 – 16.00 Uhr
Gastronomie:
Montag bis Samstag von 10.30 – 22.00 Uhr
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