ERLANGEN - Nr. 7

Bereits sechs Schienenfahrzeuge hießen so

Als gestern ein S-Bahn-Triebwagen auf den Namen der Stadt ERLANGEN getauft wurde, erinnerte sich keiner der Festredner daran, dass es schon mal Lokomotiven mit dem Namen ERLANGEN auf Schienen gab.

Für mich ist die S-Bahn-Taufe ein Anlass, nach Lokomotiven und Triebwagen mit dem Namen "Erlangen" zu fahnden. Überraschendes Ergebnis: es gab bereits fünf Lokomotiven und einen Triebzug gleichen Namens in Deutschland.

Der Anfang wurde vor über 170 Jahren mit einer Bestellung der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen bei der elsässischen Maschinenfabrik Jean Jacques Meyer in Mühlhausen gemacht. Diese erste „Erlangen“ war eine Lokomotive der bayerischen Gattung A 1. Ihre Schwestern trugen Namen wie „Saxonia“, „Copernikus“ oder „Forchheim“. Die 1844er-Eröffnungsfahrt auf der Ludwig-Süd-Nordbahn von Nürnberg nach Bamberg wurde laut Klebes allerdings von den Lokomotiven „Bavaria“ und „Saxonia“ gezogen. Die erste „Erlangen“ wurde 1874 umgebaut, schon fünf Jahre später ausgemustert und verschrottet.

Die zweite „Erlangen“ entstand 1869 bei der Maschinenfabrik Esslingen für die Württembergische Staatsbahn. Schon drei Jahre später folgte bei Henschel & Sohn in Kassel eine „Erlangen“-Lok für die Rheinische Eisenbahn. Kurz danach, nämlich 1873 erhielten die Reichseisenbahnen von Elsass-Lothringen von der Lokfabrik Graffenstaden bei Straßburg eine weitere „Erlangen“. Die letzte Lokomotive diesen Namens ging 1878 von Maffei in München an die Königlich Bayerische Statseisenbahn und fuhr bis 1923.
Es vergingen über 125 Jahre, bis wieder ein Schienenfahrzeug auf den Namen „Erlangen“ getauft wurde. Es ist ein Inter-City-Express-Zug, der seit dem Juni 2004 meist zwischen München, Berlin und Hamburg den Namen unserer Stadt durch die Republik trägt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.