Zentrum für Physik und Medizin bietet neue Forschungsansätze

Joachim Hornegger (FAU), Martin Stratmann (M.-Planck-Gesellschaft), Albrecht Bender (Uni-Klinik), Rüdiger Willems (M.-Planck-Gesellschaft) und Heinrich Iro (Uni-Klinik / sitzend von links) haben den Kooperationsvertrag unterzeichnet. Mit dabei auch Jürgen Schüttler (Medizinischen Fakultät), die Direktoren des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts Vahid Sandoghdar, Florian Marquardt und Philip Russell, Ministerin Ilse Aigner und Erlangens OB Florian Janik (stehend von links). Foto: © MPL/N.Bonakdar
ERLANGEN (pm/mue) - Einen bislang zu wenig beachteten Faktor bei der Entstehung von Krankheiten nehmen Forscher künftig in Erlangen in den Blick: die Physik.

Um etwa die mechanischen, elektrischen oder chemischen Prozesse bei Entzündungen oder Tumorerkrankungen genauer zu verstehen und auf diese Weise die Diagnostik und Therapie zu verbessern, wird dort das Zentrum für Physik und Medizin (ZPM) entstehen. Im Beisein der Bayerischen Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Ilse Aigner, haben Vertreter der Max-Planck-Gesellschaft, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und des Universitätsklinikums Erlangen den Kooperationsvertrag für das Projekt unterzeichnet, das die Bayerische Landesregierung mit 60 Millionen Euro fördert. „Ich bin überzeugt, dass es im Zentrum für Physik und Medizin zu erstklassigen wissenschaftlichen Erfolgen kommen wird – Erfolge, die sich letztlich aber eben auch an einem medizinischen Fortschritt messen lassen müssen, der den Menschen – also vielleicht auch uns – zu Gute kommt“, so Max-Planck-Präsident Martin Stratmann.

Im Zentrum für Physik und Medizin werden Wissenschaftler mit physikalischen und mathematischen Methoden Veränderungen zwischen den Zellen untersuchen, die Entzündungen und andere Erkrankungen beeinflussen. Damit setzen sie einen neuen Akzent in der medizinischen Forschung und finden für diesen Ansatz in Erlangen die passenden Bedingungen: „Heutige Spitzenforschung verlangt neue Wege und innovative Kooperationen. Das Medical Valley und insbesondere Erlangen bietet hierfür ein optimales Umfeld. Hier wuchs bundesweit zum ersten Mal ein Max-Planck-Institut aus einer Universität heraus. Heute erwächst dem Max-Planck-Institut eine europaweit einzigartige Kooperation von Universität, Universitätsklinikum und Max-Planck-Gesellschaft“, betont Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner.

Der derzeitigen Planung zufolge soll das Zentrum eine neue Abteilung des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts, zwei neue Lehrstühle für Biophysik und Mathematik in den Lebenswissenschaften, den neu zu besetzende Lehrstuhl für Medizinische Physik der FAU sowie fünf weitere Forschungsgruppen beherbergen. „Das neue Zentrum für Physik und Medizin wird an der Schnittstelle der beiden Disziplinen physikalische Prozesse ausloten, die bei Krankheiten eine Rolle spielen“, so Joachim Hornegger, Präsident der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. „Damit widmet es sich einer Aufgabe, die an der FAU Programm ist: über Disziplinen- und Organisationsgrenzen hinweg in exzellenten Forscherteams Problemstellungen gemeinsam anzugehen. Vom ZPM dürfen wir spannende Antworten auf medizinisch relevante Fragen der Biophysik, Biomathematik und Bioinformatik erwarten.“
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