ZUSE-Rechenanlage läuft wieder

Horst Zuse, Edwin Aures und Dr. Volkmar Sieh (v.l.n.r.) fachsimpeln vor der wiederbelebten ZUSE Z23-Rechenanlage. Foto: R. Rosenbauer

ERLANGEN (rr/pm) - Sie ist eine der wenigen noch voll funktionstüchtigen ZUSE-Rechenanlagen weltweit: Die ZUSE Z23 am Rechenzentrum der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). In der alten Maschine steckt viel Tüftlerleidenschaft und technisches Fingerspitzengefühl. Nach über 30 Jahren Stillstand läuft sie wieder – aus diesem Anlass wurde dieser Tage zu einem Festkolloquium eingeladen.

 
Mit dabei waren auch Edwin Aures und Dr. Volkmar Sieh, beides Mitarbeiter der FAU; vor allem ihnen ist es zu verdanken, dass die alte Rechenanlage wieder funktioniert. Sie hatten über zwei Jahre an der Maschine gearbeitet, unterstützt wurden sie dabei vom inzwischen 78-jährigen, ehemaligen ZUSE-Techniker Günter Hartmann. Dieser gab praktische Tipps und trug entscheidend zum Gelingen des Projektes bei.

Die ZUSE Z23 ist die erste ZUSE-Maschine, die auf Basis von Transistoren realisiert wurde; an der FAU war sie die erste elektronische Rechenanlage. Mit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1962 setzte sie einst den Grundstein für die elektronische Datenverarbeitung an der FAU. Nach dem Einschalten dauert es 20 Minuten, bis die Trommel warm gelaufen ist und die Maschine die Daten per Lochstreifen einlesen und über den Fernschreiber wieder ausgeben kann. Die Rechenvorgänge sind lautstark zu hören und sogar Veränderungen, die anzeigen, in welchem Bereich das Programm gerade arbeitet, lassen sich akustisch herausfiltern. Heute ist die ZUSE Z23 Teil der Informatiksammlung der FAU – diese zeigt Bauteile der Computertechnik vom Röhrenflipflop bis zum 256-Mbit-Speicherchip sowie historisch bedeutsame Rechenmaschinen vom römischen Abakus über mechanische Exemplare und elektronische Großrechner bis zu modernen Mikroprozessoren.

Beim Festkolloquium sprach als Ehrengast Horst Zuse, Sohn des legendären Computerpioniers Konrad Zuse. Er berichtete über die Erfindungen seines Vaters, dem es zunächst um praktische Erleichterung bei numerischen Berechnungen ging und der seine beiden ersten, noch teilmechanischen Rechner Z1 und Z2 in der Freizeit baute.

www.fau.de
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