Opposition sieht keine Rehabilitation von Christine Haderthauer

Ulrike Grote (Bündnis 90/Die Grünen) und Ausschussvorsitzender Horst Arnold (SPD) bei der Vorstellung des Abschlussberichtes zum Untersuchungsausschuss "Modelbau". (Foto: SPD Bayern)

MÜNCHEN/NÜRNBERG - (pm/web) Unterschiedlicher könnten die Bewertungen nicht sein. Während die CSU mit dem Abschluss des Untersuchungsausschusses zur Modellbau-Affäre die ehemalige Sozialministerin Christine Haderthauer als „voll rehabilitiert“ sieht, spricht die Opposition von der „fehlenden Eignung für ein Ministeramt“ und, so der Ausschussvorsitzende Horst Arnold (SPD), von einem „Katz-und-Maus-Spiel“ Haderthauers.

Als Ministerin habe sich Christine Haderthauer ab Bekanntwerden der Vorwürfe „uneinsichtig, anmaßend und repressiv gegenüber Kritikerinnen und Kritikern, Journalistinnen und Journalisten verhalten“, heißt es in dem Abschlussbericht von SPD und Bündnis 90/Die Grünen. In der Gesamtschau werde sehr deutlich, dass sie „die charakterliche Eignung für ein Ministeramt nicht besaß“, heißt es weiter.
Die CSU-Politikerin habe zu Beginn ihrer Tätigkeit als Sozialministerin noch immer Geschäftsführertätigkeiten bei Sapor Modellbau ausgeübt, stellte Arnold fest. Dies habe sie nach Kräften zu vertuschen versucht. Sie habe nicht nur die Öffentlichkeit und den Landtag belogen, sondern auch Ministerpräsident Horst Seehofer, stellte Ausschussmitglied Ulrike Gote von den Grünen fest
Christine Haderthauer und ihr Ehemann Hubert waren bis 2008 Miteigentümer der Sapor Modelltechnik, die Luxus-Modellautos verkaufte. Diese wurden von in der Psychiatrie untergebrachten Straftätern gebaut. Pikanterie an der Sache: Hauptkonstrukteur war ein Dreifachmörder, der verantwortliche Stationsarzt des Klinikums in Ansbach war Hubert Haderthauer. Dieser wurde mittlerweile wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe in Höhe von rund 19.000 Euro verurteilt, Christine Haderthauer musste 2014 von ihren Ämtern als Staatskanzleichefin und Ministerin im Kabinett von Horst Seehofer zurücktreten.
Schon im Sommer 2013 wurde die Affäre „intensiv im Parlament und in der Öffentlichkeit thematisiert“. Doch habe es Christine Haderthauer unterlassen, die Vorwürfe umfassend aufzuklären. Vielmehr instrumentalisierte sie die Pressestelle der Staatskanzlei, um unliebsame Fragen abzuwehren. „Diese vermischte auf ihre Anweisung private und berufliche Interessen der Ministerin“, wird im Abschlussbericht vermerkt.
Aus Sicht der CSU haben sich diese Vorwürfe jedoch nicht bestätigt, der Fall Haderthauer könne so zu den Akten gelegt werden und ein Comeback Haderthauers in der Politik sei nun wieder möglich. „Wer das so akzeptiert, ist sehr großzügig und äußerst vergebungswillig“, konterte Horst Arnold.
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