"Dress for Success": Wie unsere Kleidung uns beeinflusst

SERVICE (ak/fi) - "Dress for Success": Wie Kleidung uns beeinflusstSERVICE (ak/fi) - Die Kleidung, die wir tragen, beeinflusst nicht nur den ersten Eindruck, den unser Gegenüber von uns hat - auch wenn dieser nicht zu unterschätzen ist: Je nach Kontext wird registriert, ob die Wahl der Kleidung, etwa ein Anzug oder Kapuzenpullover, im jeweiligen Zusammenhang angemessen ist und ob die Kleidung geschmackvoll wirkt. Doch das gewählte Outfit hat nachgewiesenermaßen auch Einfluss auf den Träger oder die Trägerin selbst.

Nicht nur, dass ein Business-Outfit ein anderes Körpergefühl verleiht als ein Jogginganzug. Die Wahl der Kleidung soll sogar Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit haben. Dieses "Enclothed cognition" genannte Konzept wurde von den beiden Wissenschaftlern Adam Galinsky und Hajo Adam in der gleichnamigen Studie untersucht. Ergebnis: Die Kleidung bereitete die Studienteilnehmer innerlich auf ihre Aufgabe vor, was auch die Durchführung ihrer Arbeit beeinflusste. So erreichte diejenige Probandengruppe, die in Arztkittel gekleidet war, die besten Ergebnisse, da sie beim Lösen der Aufgaben eine größere Sorgfalt an den Tag legte.

Damit dieser Effekt eintritt, muss die Kleidung jedoch gut geschnitten und passend sein: schließlich ist ein Auftritt in zu kurzen Hosen oder in einem übergroßen Jackett nie förderlich für das Selbstbewusstsein, geschweige denn für die Außenwirkung. Doch beim Kleidungskauf herrscht oft große Verwirrung. Insbesondere Frauen merken an, dass sie sich selten darauf verlassen können, dass sie im Geschäft die richtige Größe bekommen, da sich die Konfektionsgrößen von Marke zu Marke stark unterscheiden.

Für andere Gruppen ist es wiederum schwierig, überhaupt gut sitzende Kleidung in ihrer Größe zu finden, und zwar wenn sie sogenannte "Übergrößen" tragen. Dabei haben über 40 Prozent der Frauen in Deutschland Konfektionsgröße 42 oder mehr. Einige Anbieter haben dieses Defizit schon lange erkannt, etwa das Modegeschäft Ulla Popken, das bereits seit 1987 Kleidung für Frauen und Männer bis Größe 68 verkauft - seit 1999 nicht mehr ausschließlich über Filialen und Kataloge, sondern auch über das Internet.

Allmählich ziehen auch andere Händler nach und bieten zumindest online ein erweitertes Sortiment für große Größen an. Erfolgreiche "Plus Size"-Frauen von Beth Ditto über Ashley Graham bis Danielle Brooks haben das Thema weiter publik gemacht und darüber hinaus eigene Kollektionen entworfen.



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