Keine Angst mehr vorm „weißen Kittel“

Im OP bestaunte die Gruppe eine Simulationspuppe und OP-Besteck.
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  • Im OP bestaunte die Gruppe eine Simulationspuppe und OP-Besteck.
  • Foto: Uni-Klinikum Erlangen
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Lebenshilfe Nürnberg e. V. war zu Besuch in der Chirurgischen Klinik

ERLANGEN (pm/nf) - „Ich habe Angst“ – diesen Satz hat Gesundheits- und Krankenpflegerin Sigrid Ziegler in ihrem Berufsleben von Patienten schon oft gehört. Um dieser Angst entgegenzuwirken – und das speziell bei behinderten Menschen – hatte sie jetzt zusammen mit ihrem Team eine Gruppe der Lebenshilfe Nürnberg e. V. in die Hochschulambulanz der Chirurgischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Robert Grützmann) des Universitätsklinikums Erlangen eingeladen. „Wir haben den Behinderten unseren Arbeitsalltag vorgestellt und ihnen so die Angst vor dem Krankenhaus genommen“, so Sigrid Ziegler. Finanziell unterstützt wurde die Veranstaltung von der Forschungsstiftung Medizin am Uni-Klinikum Erlangen.

Zu Beginn konnte sich die zehnköpfige Besuchergruppe den Schockraum der Notaufnahme und den Computertomografen ansehen. Anschließend erklärte Gesundheits- und Krankenpflegerin Carina Hummert, wie kleine Wunden am besten versorgt werden. Die Gäste übten dann selbst, Wundpflaster aufzukleben und Wundverbände anzulegen. Ein großes Highlight war der Besuch der OP-Säle: In OP-Kleidung gehüllt und mit Mundschutz und Haube ausgestattet durfte sich die Behindertengruppe verschiedene Instrumente und den OP-Tisch hautnah ansehen. Dabei ging es auch ganz praktisch zu: Mit einem Übungsendoskop konnte jeder Besucher verschiedene Gegenstände in einem verschlossenen Behälter suchen. Großen Spaß machte es den Gästen, Wollfäden, Haargummis, einen Schlüsselbund und einen Geldschein in 40-facher Vergrößerung zu identifizieren. Bestaunt wurde auch die lebensgroße Simulationspuppe, an welcher der Gesundheits- und Krankenpfleger Christian Potrykus eine Narkose mit entsprechender Überwachung und piepsendem Monitor zeigte. Die Besucher waren beeindruckt, als sie ihren eigenen Herzschlag über ein Pulsoxymeter selbst hören konnten. Wer ganz mutig war, konnte mit Schere und Pinzette fachmännisch Tumoren, getarnt als Bonbons, entfernen. Diese wurden vorher in einem Stück Schaumstoff versteckt.

Am Nachmittag stand das Gipsen auf dem Plan. Vor allem die Lautstärke der Gipssäge sorgte zunächst für große Augen bei den Besuchern und bei manchem auch für einen gewissen Respekt. Als Gesundheits- und Krankenpfleger Rudi Mock aber zeigte, dass die Säge nur Gips oder Holz schneidet, nicht aber die Haut, war der Bann gebrochen und mancher traute sich erste Sägeversuche zu.

Nach einer Abschiedsrunde, in der jeder seine Eindrücke wiedergeben konnte, ging es gut gelaunt mit dem Zug zurück nach Nürnberg. Im Gepäck hatte jeder Teilnehmer eine kleine Geschenktüte des Uni-Klinikums Erlangen sowie der Schloss-Apotheke und der Apotheke am Ulmenweg, gefüllt mit „persönlichen Beutestücken“ und Souvenirs wie Gipsverband, OP-Mantel, Mundschutz und Haube.

Autor:

Nicole Fuchsbauer aus Nürnberg

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