Exkursion zur Friesener Warte
Wertvolles Biotop oder Bikepark?

In Zukunft wollen sie sich gemeinsam für mehr Naturschutz einsetzen: bei einer gemeinsamen Exkursion überlegten sich Vertreter von ADFC, LBV und unterer Naturschutzbehörde wie Mountainbiking und Naturschutz im Einklang erfolgen kann.
  • In Zukunft wollen sie sich gemeinsam für mehr Naturschutz einsetzen: bei einer gemeinsamen Exkursion überlegten sich Vertreter von ADFC, LBV und unterer Naturschutzbehörde wie Mountainbiking und Naturschutz im Einklang erfolgen kann.
  • Foto: LRA Bamberg
  • hochgeladen von Roland Rosenbauer

HIRSCHAID (lra/rr) – Sind die Trockenrasen und Kalkschotterflächen auf der Friesener Warte wertvolle Biotope oder der perfekte natürliche Bikepark? Diese Frage diskutierten die Teilnehmer einer Exkursion, zu welcher die Umweltstation Fuchsenwiese des LBV und der ADFC Bamberg gemeinsam mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Bamberg eingeladen hatten. Wenn auch wegen der großen Hitze nur eine kleine Gruppe Mountainbiker unter der Leitung von Norbert Hetz vom ADFC den anspruchsvollen Weg von Bamberg aus auf die 520 Höhenmeter gelegene Friesener Warte wagten, so gestaltete sich doch die Diskussion zwischen den Vertretern des verbandlichen und des behördlichen Naturschutzes und der Nutzergruppe ausgesprochen konstruktiv. Eine zukünftige Kooperation wurde in Auge gefasst, mit dem Ziel, Mountainbiking und Naturschutz Hand in Hand gehen zu lassen.

Besondere Schutzbedürftigkeit

Die Friesener Warte ist Teil des 2004 gemeldeten FFH-Gebietes „Albtrauf von der Friesener Warte zur Langen Meile“, das insgesamt von wertvollen Kalkmagerrasen, Salbeiwiesen, Buchwäldern, aber auch von Kalktuffquellen, Felsen und Kalkschotterflächen geprägt ist. Die Kalkmagerrasen, Pioniergesellschaften und Kalkschotterflächen gehören zu den sogenannten prioritär zu schützenden Lebensräumen, was bedeutet, dass diese bedroht und im Rückgang begriffen sind und deshalb eine besondere Schutzbedürftigkeit gegeben ist. Die Naturschutzbehörden vor Ort stehen in der Verantwortung für den Erhalt dieser Lebensräume. So werden die Flächen teilweise bereits seit Jahren durch den Landschaftspflegeverband entbuscht und neuerdings auch mit Ziegen beweidet. Allerdings macht sich die zunehmende Freizeitnutzung der Flächen negativ bemerkbar.

Brigitte Pfister vom LBV und Brigitte Weinbrecht von der Naturschutzbehörde am Landratsamt Bamberg veranschaulichten den besonderen fachlichen Wert der seltenen Kalktrockenrasen und Kalkschotterhalden auf der Friesener Warte und klärten über die rechtliche Situation beim Mountainbiking auf. Ausschließlich auf geeigneten Wegen sei das Radfahren in der Natur erlaubt, erläuterten die beiden Expertinnen. Die Entscheidung, ob ein Weg geeignet sei, müsse jedoch immer im Einzelfall vom Nutzer getroffen werden. So könne ein intensiv von Wanderern genutzter Weg aus diesem Grund ungeeignet sein oder auch ein Naturweg, bei dem durch die Befahrung Schäden an der Pflanzendecke entstünden, so Weinbrecht. Auf keinen Fall können Pfade, die durch eine nicht rechtmäßige Querfeldein-Befahrung erst entstehen, als Wege gelten, stellte die Vertreterin der Naturschutzbehörde klar. Auf der sicheren Seite seien Mountainbiker, welche sich auf Forst- und landwirtschaftlichen Wegen und auf ausgewiesenen Wander- und Radwegen bewegen. Die Befahrung der Kalkschotterflächen auf der Friesener Warte sei jedoch naturschutzrechtlich nicht erlaubt.

Mehr Information nötig

Die teilnehmenden Mountainbiker zeigten sich beeindruckt von der Artenvielfalt der Magerrasen und Pioniergesellschaften wie Österreichischer Lein, Trauben-Gamander und Stein-Quendel, räumten aber gleichzeitig ein, dass der Wert der Flächen für Laien schwer erkennbar sei. Auch die unterschiedlichen Einflüsse von Wanderern und Radfahrern wurden diskutiert. Für sie als Radfahrer sei es nicht nachvollziehbar, dass ein Betreten der wertvollen Biotopflächen durch Wanderer möglich sei, ein Befahren mit dem Mountainbike hingegen den Pflanzen schaden solle, fasste Norbert Hetz vom ADFC den Blickwinkel der Radfahrer zusammen. Hier sei Aufklärung gefragt, so der Radsport-Profi weiter und regte gleich eine intensive Informationskampagne an.

Diese Anregung wurde von den Vertreterinnen der behördlichen wie des verbandlichen Naturschutzes gerne aufgenommen und am Ende der Veranstaltung wurde vereinbart, dass im Rahmen eines Arbeitskreises gemeinsam überlegt werden soll, wie Mountainbiking und Naturschutz im Einklang erfolgen kann.

Autor:

Roland Rosenbauer aus Forchheim

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