Lärmschutz für 400 neue Wohnungen

Ortstermin im Regen: Thomas Silberhorn MdB, OB Franz Stumpf und Landrat Hermann Ulm (v.l.n.r.) vor dem künftigen Baugebiet Stampfäcker. Foto: Roland Rosenbauer

FORCHHEIM (rr/mue) - Kersbach ist der Forchheimer Stadtteil mit dem größten Wachstumspotenzial. Allein in den Baugebieten Stampfäcker und Pointäcker können etwa 400 Wohneinheiten untergebracht werden – in zwei Jahren sollen die ersten Häuser gebaut werden.


Unweit dieser Baugebiete entsteht die ICE-Strecke Nürnberg-Berlin; die bisher zweigleisige Strecke wird viergleisig ausgebaut. Aus diesem Grund bestand die Stadt Forchheim darauf, dass die Bahn die Neubaugebiete in Kersbach mit zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen schützen müsse. Die Bahn wiederum rückte nicht davon ab, lediglich bestehende Gebäude zu schützen – nicht aber künftige Wohngebiete.

Der Erlass des Planfeststellungsbeschlusses stand kurz bevor und es war noch immer keine Lösung in Sicht. Aus diesem Grund trafen sich im Januar die Vertreter der betroffenen Kommunen aus Bamberg und Forchheim im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin. Auf Einladung des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Silberhorn MdB (CSU) konnten Oberbürgermeister, Landräte und Bürgermeister ihre Anliegen unmittelbar mit den zuständigen Vertretern des Bundesverkehrsministeriums und dem Leiter des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8 bei der DB Projektbau GmbH, Olaf Drescher, erörtern. Die Interessen Forchheims wurden von Bürgermeister Franz Streit und Landrat Dr. Hermann Ulm vertreten. Schwerpunkt der Beratung war der Lärmschutz für die betroffenen Gemeinden entlang der ICE-Strecke. „Es ist wichtig, dass unsere kommunalen Vertreter direkt in Berlin gehört werden, um den bestmöglichen Lärmschutz für die Bevölkerung zu erreichen“, so Silberhorn.

Anfang Februar konnte nun der Vertrag zwischen der Stadt Forchheim und der DB Netz AG über die Verstärkung des Lärmschutzes unterzeichnet werden – insgesamt 700 Meter sind nötig, um den Lärm im künftigen Baugebiet Stampfäcker auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Die Bahn hatte eine 300 Meter lange Schutzwand eingeplant, die jetzt um einen halben Meter aufgestockt wird. Weitere 400 Meter baut die Bahn extra für die Stadt. Forchheim beteiligt sich mit rund 1,5 Millionen Euro, ein Teil davon wird über die Erschließungskosten an die Stadt zurück fließen.

Bei einem Ortstermin in Kersbach hat Oberbürgermeister Franz Stumpf Staatssekretär Silberhorn und Landrat Ulm die Gebiete gezeigt, die von diesen Maßnahmen profitieren. „Ohne die nun mit der Bahn vereinbarte Ausweitung des Lärmschutzes wäre die Umsetzung der Baugebiete sehr schwierig geworden“, betonte der OB. Einen zweiten Lärmschutz neben einen bereits bestehenden zu bauen, wäre sehr teuer geworden und hätte weitere Flächen verbraucht.
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