7. Kampfkunst Benefiz Seminar war gut besucht

Matthias Dülp, Ju-Jitsu (Foto: Sushi Wiedl)
 
Björn Hommert, Iaido (Foto: Sushi Wiedl)

Mit den Spendenerlösen des Benefiz Seminars wird ZANCHIN Kampfkunst e.V. wie auch in diesem Jahr weitere kostenlose Trainingsstunden in Senioreneinrichtungen und in Nürnberger Parks anbieten können. Die große Zahl der Teilnehmenden kämpfte sich mit Schwertern, Stöcken oder „nur“ mit Händen und Füßen durch die vielfältigen Kampfkunst-Workshops. Sieben fränkische Kampfkünstlerinnen und Kampfkünstler führten durch das Seminar, das in diesem Jahr am 1. November in der Sporthalle der Preißlerschule stattfand.

In seinem Ju-Jitsu Workshop erklärte Matthias Dülp aus dem oberfränkischen Etlaswind den praktischen Sinn von Kampfkunstbewegungen, die man beispielweise im Karate üblicherweise ohne Partner zur Körperschulung in der Grundausbildung übt. Interessant ist zu wissen, wie solche Bewegungen in Selbstverteidigungssituationen wirksam anzuwenden sind. Diese Sinnermittlung wird als „Bunkai“ bezeichnet. Beim Erforschen und Hinterfragen von Kampfkunstbewegungen ergeben sich meist nicht nur eine sondern mehrere praktische Anwendungsmöglichkeiten gegen verschiedenste Angriffe.

Björn Hommert aus Erlangen unterrichtete Iaido - die japanische Kunst des Schwertziehens. Iaido entwickelte sich aus den alten Schwertkampfübungen der Samurai. Man übt das korrekte Ziehen und perfekte Führen des japanischen Schwertes - auch zusammen mit Trainingspartnern. Iaido versteht sich als Übungsweg, um Körper und Geist zu schulen, denn: „Um siegen zu können, muss der Geist so ruhig sein wie der Mond, aber auch so beweglich wie eine Libelle“.

Wie das japanische Schwert, dessen Klinge leicht gebogen und nur einseitig scharf ist, wird auch das gerade zweischneidige europäische Schwert, das Andreas Fuchs von der Nürnberger Kampfkunstschule Schwert & Bogen unterrichtete, mit beiden Händen geführt. Bei dieser Schwertkunst geht es nicht einfach nur um die perfekte Handhabung des Schwertes mit den Händen - Körperhaltung und Gesamtbewegung sind grundlegende Voraussetzungen für das meisterliche Führen des Schwertes. Michael Hambuch unterstützte Andreas Fuchs bei der Trainingsleitung, da auch sehr viele neugierige Anfänger gekommen waren.

Meditativ war die Stimmung beim Taichi-Angebot von Walther Häußler aus Würzburg. Hier studierten die Übenden in Partnerarbeit die Prinzipien und Grundlagen dieser sanft wirkenden chinesischen Kampfkunst, die hierzulande hauptsächlich als Übungssystem zur Gesunderhaltung bekannt ist. Bekannter Weise lernt man im Taichi „Formen“ - Bewegungschoreografien. Jedoch ist im fortgeschrittenen Übungsbereich die Partnerarbeit von hohem Wert und keinesfalls zu unterschätzen. Denn durch Taichi Üben wird man nicht nur biegsam wie ein Kind, sondern auch stark wie ein Holzfäller und irgendwann einmal gelassen wie ein Weiser. Man muss nur geduldig und ausdauernd üben…

Wilfried Harloff aus Ansbach führte durch die Welt der philippinischen Kampfkünste: Beim „Filipino Combat Systems“ wird mit Händen, Stöcken und auch Klingen gekämpft. Waffen werden als Verlängerung der eigenen Arme verstanden. Geübt wurden Techniken gegen Angriffe mit und ohne Waffen sowie Entwaffnungen des Angreifers. Philippinische Kampfkunst funktioniert auch waffenlos: Die beispielsweise mit Stock erlernten Bewegungsprinzipien werden dann nur mit Armen und Händen umgesetzt. Vielfältige Übungsinhalte, die hohe Ansprüche an die Koordinationsfähigkeit stellten, forderten die Aufmerksamkeit der Teilnehmer.

Die beiden Stockkampf-Trainingsstunden mit Jutta Bootz aus Erlangen boten Gelegenheit, den Umgang mit Langstock und zwei Escrima-Stöcken kennen zu lernen. In der Stockkampfkunst spielen Achtsamkeit und Reaktionsfähigkeit ebenso eine Rolle wie Angriff und Verteidigung. Dies verbessert Beweglichkeit und Körperbewusstsein. Die Stöcke wurden gedreht, geworfen und gewirbelt. Angriffs- und Abwehrmöglichkeiten wurden kombiniert und auf diese Weise Kraft, Wachheit und Präsenz erfahren.

Chinesische Schwert- und Säbelkunst nach den weichen Prinzipien des Taichi mit und ohne Partnerarbeit angeleitet von Annette Maul, der Vereinsvorsitzenden von ZANCHIN Kampfkunst e.V. rundeten das Programm des diesjährigen Kampfkunst Benefiz Seminars ab. Und zum Schluss bedanken wir uns für die großzügigen Geldspenden der Seminarbesucher. Nächstes Jahr sehen wir uns gerne wieder am 7. November 2015 in Nürnberg beim 8. Kampfkunst Benefiz Seminar.
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