Künstler des Monats - und Dürer ist schuld!

Atsuko und Kunihiko Kato sind die ,,Künstler des Monats" Mai 2015 der Metropolregion. (Foto: Metropolregion Nürnberg)
Forum Kultur der Metropolregion Nürnberg hat die Fürther Atsuko und Kunihiko Kato (Malerin und Bildhauer) zu „Künstlern des Monats Mai 2015" gekürt

NÜRNBERG/FÜRTH (pm/nf) - Albrecht Dürer ist schuld. Hätte nicht der Akademielehrer von Atsuko Kato so große Stücke auf den alten Meister gehalten, wäre das junge Künstlerpaar 1976 nicht nach Nürnberg gekommen. Nach wenigen Jahren siedelten sie um nach Fürth, denn dort gab es das Grundstück mit der Werkstatt, auf dem der Bildhauer Kunihiko Kato sein Atelier unterhält. Und kurze Zeit später bezogen sie das Haus in der Fürther Innenstadt, in dem sie seit rund 30 Jahren wohnen und das auch das Atelier der Malerin Atsuko Kato ist. Inzwischen lebt das Ehepaar also schon länger in der neuen als in der alten Heimat.


Die Natur ist Inspirationsquelle für beide. Das Gingko-Blatt und der Gingko-Baum sind zum Kennzeichen der Bilder von Atsuko geworden, Kunihikos Arbeiten nehmen sich Lebewesen zum Thema, die an Ur-Tiere erinnern oder an Samenkapseln, an Formen aus der Meeresfauna und -flora. Beide Künstler verbindet eine Neigung zum Phantasti- schen Realismus.

Atsuko, 1950 geboren, hat die Brücke geschlagen zwischen einer luftig-leichten realistischen Malerei in japanischer Tradition und einer abendländischen Abstraktion, wie sie sich nach 1950 entwickelte. Es entstehen fein lasierte Ölbilder neben Aquarellen oder Druckgrafik. Die beinahe mystische Gingko-Pflanze ist ein schier unerschöpflicher
Motivlieferant für Bilder voller Sehnsucht nach Freundschaft, Liebe, Harmonie. Immer wieder hat Atsuko in einzelnen Arbeiten oder in Zyklen Goethes Gedicht „Gingko biloba“ aufgegriffen und dessen kulturübergreifenden Impetus und das Gefühl für ein geheim- nisvolles großes Ganzes.

Auch bei den Skulpturen des 1945 geborenen Kunihiko spürt der Betrachter, dass sie auf einem zyklischen Weltbild gründen und das Ziel haben, geistige Harmonie zu befördern. Neben Holz muss es Stein sein, am besten so hart wie nur möglich. Daraus wachsen scheinbar mit leichter Hand bizarr anmutende „Lebewesen“, die häufig so und nicht anders genannt werden. Die Struktur des Lebendigen tritt dem Betrachter entge- gen in den nie kantigen, nie geometrischen Formen, die mehr oder weniger deutlich an Geiseltierchen, Einzeller, Saugwürmer oder Blattformationen gemahnen.
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