Erfolgsfaktor Kultur: „Freunde der Staatsoper Nürnberg e.V." engagieren sich für Musikstandort Nürnberg

Die „Freunde der Staatsoper Nürnberg e.V.“ unterstützen als traditionsreichste Fördervereinigung das Nürnberger Musiktheater. (Foto: oh)
 
Dr. Roland Fleck
, Präsident der Gesellschaft der Freunde der Staatsoper Nürnberg e.V., CEO der NürnbergMesse Group. (Foto: oh)
Dr. Roland Fleck, Präsident der Gesellschaft der „Freunde der Staatsoper Nürnberg e.V.“ und CEO der NürnbergMesse Group: ,,Für die Entwicklung der Stadt Nürnberg spielt die kulturelle Exzellenz eine wichtige Rolle.

NÜRNBERG - Die „Freunde der Staatsoper Nürnberg e.V.“ unterstützen als traditionsreichste Fördervereinigung das Nürnberger Musiktheater. Dr. Roland Fleck - im Hauptberuf Geschäftsführer der NürnbergMesse GmbH - ist Präsident der Gesellschaft mit insgesamt an die 800 Mitgliedern. Der MarktSpiegel sprach mit dem früheren Wirtschaftsreferenten der Stadt und heutigen Präsidenten der Staatsopernfreunde über die Motivation die Nürnberger Staatsoper zu unterstützen und vor allem über das reichhaltige Angebot der Nürnberger Staatsopernfreunde für die Mitglieder der Gesellschaft.


Herr Dr. Fleck, warum engagieren Sie sich als Geschäftsführer der NürnbergMesse im Amt des Präsidenten der Staatsopernfreunde?

„Für den internationalen Messe-Standort Nürnberg sind Standortimage und Standortqualität der Frankenmetropole von zentraler Bedeutung. Auch das Profil als Kulturstandort zählt zu den ohne Zweifel relevanten Erfolgsfaktoren. Insofern habe ich - auch mit Blick auf die NürnbergMesse - aus Überzeugung ’ja’ gesagt, als man mir das Amt des Präsidenten angetragen hat. Zudem engagiere ich mich eh‘ seit langer Zeit in verschiedenen Funktionen für den Standort Nürnberg - sei es als ehrenamtlicher Stadtrat, zweieinhalb Wahlperioden als Wirtschaftsreferent der Frankenmetropole oder seit nun fast sechs Jahren als Geschäftsführer der NürnbergMesse. Im Haupt- wie im Ehrenamt kann man helfen den Kulturstandort Nürnberg zu stärken, und insbesondere auch die weitere Profilierung der Staatsoper Nürnberg unterstützen. Gerade Letzteres will ich gerne tun!“


Es geht also primär um den Standort. Haben Sie auch selbst ein „Faible“ für Oper?

„Völlig klar: Ohne eine persönliche Affinität zur Musik bzw. eine dezidierte Leidenschaft für die Oper können Sie glaubwürdig ein solches Amt nicht übernehmen. Bei mir zieht sich das irgendwie schon seit meiner Kindheit durch die Dekaden des Lebens. Wir hatten am Martin-Behaim-Gymnasium in Nürnberg unter Leitung von Kurt Karl in den 1970er Jahren einen exzellenten Schulchor. Dadurch hatte ich die Chance, Bühnenluft im Opernhaus zu schnuppern, da wir seinerzeit hin und wieder zur Verstärkung des Opernchores mitsingen durften. Es war interessant dadurch erste Bühnenerfahrung zu sammeln – zunächst als Sopran und später als Bass. Damals bereits hat mich der Opernvirus gepackt. Puccini, Verdi und Wagner sind aus meinen Musikpräferenzen und Playlisten seither nicht wegzudenken.“


Eine Basis auch für späteres kulturpolitisches Engagement?

„Aber sicher. Ende der 80er Jahre forcierte ich als Vorsitzender der Jungen Union Nürnberg mit meinen politischen Freundinnen und Freunden die Forderung nach einem Staatstheater für Nürnberg. Im Nürnberger Stadtrat hatte ich ab 1993, vor allem aber dann ab 1996 die Chance als damals stellvertretender CSU-Fraktionsvorsitzender gemeinsam mit unserem damaligen Koalitionspartner FDP-Stadtrat Utz Ulrich die Neuausrichtung der seinerzeit noch Städtischen Bühnen auch personell zu gestalten. In einer legendären Feriensitzung im Rathaus beschlossen wir im August 1996 Professor Dr. Wulf Konold als neuen Generalintendanten an die Spitze des Hauses zu berufen. Auch in meinen 15 Jahren als Wirtschaftsreferent der Frankenmetropole habe ich dann aus Überzeugung und regelmäßig mit dem Theater kooperiert."

Was muß man sich darunter vorstellen?

,,Ich denke zum Beispiel noch heute gerne an den durch die Nürnberger Oper realisierten ‚Ring‘ von Wagner in der chinesischen Hauptstadt Beijing zurück, den wir seinerzeit mit einer Wirtschaftsdelegation aus Stadt und Metropolregion Nürnberg gekoppelt haben. Es war eine echte Premiere für China: Erstmals wurde der „Ring des Nibelungen“ als kompletter Zyklus im Reich der Mitte aufgeführt. Ein erfolgreicher Doppelpaß zwischen Kultur und Wirtschaft im Dienste des Standorts Nürnberg.“


Wie sieht denn heute Ihre Zusammenarbeit mit dem Staatstheater aus – insbesondere zwischen der Fördergesellschaft und der Oper?


„Nun, unsere an die 800 Mitglieder schätzen vor allem die Nähe zum Theater und insbesondere die Nähe zu den Künstlern. Deshalb ist es wichtig, daß die Freunde der Staatsoper eine Geschäftsstelle am Theater haben, die sich um die Anliegen und Angelegenheiten der Mitglieder kümmert. Frau Nadia Sommer steht hier unseren Mitgliedern - und natürlich denen die es werden wollen - tatkräftig in organisatorischen Fragen zur Seite. Sie unterstützt zudem Ruth Beugel als ehrenamtliche Geschäftsführerin der Staatsopernfreunde. Frau Beugel hat übrigens vor eineinhalb Jahren die Geschäftsführung von Heinz Klaus Ecker übernommen. Er ist vielen sicher bestens bekannt als legendärer Bayerischer Kammersänger und profilierter Bassist – im Nürnberger Opernhaus ebenso wie auf dem Grünen Hügel bei den Bayreuther Festspielen.“


Wer engagiert sich denn mit Ihnen zusammen im Vorstand der Staatsopernfreunde?

„Ich freue mich außerordentlich, daß sich eine Reihe von Persönlichkeiten für die Mitwirkung im Vorstand zur Verfügung gestellt haben: So fungieren IHK-Vizepräsidentin Christine Bruchmann sowie der ehemalige Vorstandsvorsitzende der DATEV eG und heutige BDI-Präsident, Professor Dieter Kempf als stellvertretende Vorsitzende. Um die Finanzen kümmert sich Professor Dr. Christian Rödl. Des weiteren sind im Vorstand Medienunternehmer Gunther Oschmann, der ehemalige Studio-Franken-Chef des Bayerischen Rundfunks, Klaus Häffner und Matthias Matthies vertreten. Insgesamt ein klasse Team im Dienste des Musikstandortes Nürnberg !“


Was bieten die Staatsopernfreunde denn nun ihren Mitgliedern? Gibt es ein spezielles Programm?

„Aber sicher doch: Das Staatstheater legt - exklusiv für die Freunde der Staatsoper - in jeder Spielzeit ein ‚Freunde-Abo‘ für sechs Vorstellungen zu attraktiven Konditionen auf. Zudem gibt es an bestimmten Opernabenden - jeweils nach der Vorstellung - sogenannte ‚Künstlerbegegnungen‘. Dabei treffen unsere Mitglieder die Künstler des Abends sowie natürlich ihre Freundinnen und Freunde unserer Gesellschaft bei kulinarischen Köstlichkeiten im Gluck-Saal der Staatsoper. Unsere Mitglieder können sich dabei in entspannter Atmosphäre mit Sängern und Dirigenten über das unterhalten, was sie schon immer ’mal wissen wollten. Neu in unserem Programm ist seit einiger Zeit die von unserer Geschäftsführerin Ruth Beugel zusammen mit dem Staatstheater konzipierte Veranstaltungsreihe Staatsopernfreund - Spezial. “


Was müssen wir uns darunter vorstellen?

,,Nun, wir waren der Auffassung, daß es für unsere am Theaterleben interessierten Mitglieder spannend sein kann, hin und wieder auch hinter die Kulissen zu blicken. Die Macher am Staatstheater unterstützen diese Idee. Unsere Geschäftsführerin Ruth Beugel erarbeitet für jede Spielzeit ein Konzept und setzt mit dem Theater dieses dann auch in die Tat um. Da gibt es verschiedenste Angebote; um ein paar Beispiele zu nennen: Besuch einer Probe von Wagners ‚Siegfried‘ im Vorfeld der Premiere. Spannend dabei: Unsere Mitglieder waren danach exklusiv mit Regisseur Georg Schmiedleitner im Gespräch und erfuhren einige Geheimnisse beziehungsweise Regie-Kniffe rund um die neue Inszenierung dieser Oper von Richard Wagner vor der Premiere aus erster Hand. Oder die Bühnenorchesterprobe des Musicals „Sugar“, das in dieser Spielzeit erfolgreich im Opernhaus läuft."

Und was gibt’s noch im Angebot?

,,Beliebt sind auch die Führungen hinter und unter die Kulissen des Opernhauses. Zu den beliebtesten Klassikern in unserem Jahresprogramm gehört unser traditioneller Start ins musikalische Jahr: Nach dem Neujahrskonzert am 6. Januar treffen sich die Freundinnen und Freunde jeweils zum ‚Drei-Königs-Menü‘ im Gluck-Saal der Staatsoper.“


Wie sieht es mit den Mitgliedern aus? Haben Sie schon viele Freundinnen und Freunde?

„Die Freunde der Staatsoper sind als Förderverein rund 800 Mitglieder stark und unterstützen nun seit 38 Jahren die Nürnberger Oper. Eine veritable Tradition. Allerdings sind wir natürlich massiv daran interessiert, auch immer wieder neue Freundinnen und Freunde für unsere Gesellschaft und damit als organisierte Fans unserer Nürnberger Staatsoper zu gewinnen. Denn um die Zukunft der Staatsoper erfolgreich zu gestalten, braucht’s immer wieder auch ‚junge‘ Freunde. Für die Jungen Freunde haben wir übrigens auch immer wieder ein ‚Special‘ in unserem Jahresprogramm. "

Wie steht’s um das Verhältnis zwischen dem Staatstheater und den Opernfreunden?

,,Letztlich wurden die Opernfreunde vor knapp vier Jahrzehnten aus den damaligen Städtischen Bühnen heraus gegründet. Seither gibt es, so auch heute, immer wieder kreativ-konstruktive Diskussionen zwischen der Oper und ihren Freunden. In den zentralen Fragen sind wir als Staatsopernfreunde mit Staatsintendant Peter Theiler und dem geschäftsführenden Staatstheaterdirektor Christian Ruppert einig. Mit beiden arbeiten die Opernfreunde insofern hervorragend zusammen – nicht nur wenn es um die Unterstützung von Projekten am Theater geht, sondern auch bei der Ausgestaltung des Programms unserer Gesellschaft. Der Musikstandort Nürnberg hat mit der Staatsoper ein veritables Aushängeschild. Für die Freunde der Staatsoper ist es Ehre und Freude zugleich, sich dafür zu engagieren."

Und wie unterstützen Sie die Staatsoper konkret? Nur ideell oder auch finanziell?

,,Nun, wir unterstützen bestimmte Inszenierungen bzw. Produktionen auch mit Fördermitteln. Aber nicht nur das. Wir fördern traditionell zwei Plätze im sogenannten Internationalen Opernstudio, unterstützen also junge Sängerinnen und Sänger. Und wir engagieren uns für besondere Projekte: So haben wir als Mäzene im vergangenen Jahr den Internationalen Gesangswettbewerb „Die Meistersinger von Nürnberg“ mitfinanziert. Summa summarum geht es uns also in erster Linie um zwei Dinge: Die Unterstützung des künstlerischen Nachwuchses ebenso wie die Förderung künstlerischer Exzellenz!“

Auch in Zukunft?

„Aber selbstverständlich. So haben wir zum Beispiel bereits entschieden, in der letzten Spielzeit von Peter Theiler in Nürnberg auch die zweite Ausgabe des Internationalen Gesangswettbewerbs „Die Meistersinger von Nürnberg“ maßgeblich zu fördern. Und natürlich freuen wir uns auch auf den neuen Staatsintendanten Jens-Daniel Herzog, der im Sommer 2018 übernehmen wird. Wir als Staatsopernfreunde werden ihn gerne unterstützen, wenn er neue Akzente am Nürnberger Opernhaus setzen wird.“

Weitere Informationen:

www.staatsopernfreunde-nuernberg.de
Geschäftsstelle:
Ruth Beugel, 
Geschäftsführerin
Nadia Sommer
, Mitarbeiterin der Geschäftsstelle
Geschäftsstelle der Freunde der Staatsoper Nürnberg e.V.
c/o Staatstheater Nürnberg Service GmbH
Richard-Wagner Platz 2-10
90443 Nürnberg
E-Mail: staatsopernfreunde@staatstheater.nuernberg.de
Telefon: 0911 231 10644 
(Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag - jeweils von 9:00 bis 12:00 Uhr)
Fax:  0911 231 3534
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.