Gemeinsamer Notruf 112 rettet Leben!

Die Integrierte Leitstelle für die Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen sowie die Landkreise Nürnberger Land, Fürth und Erlangen-Höchstadt in der Feuerwache 4 am Nürnberger Hafen. Dort laufen die unter der Notfallnummer 112 abgesetzten Anrufe gebündelt ein. (Foto: Feuerwehr/Stadt Nürnberg)
Über die Rufnummer 112 werden Feuerwehr und Rettungsdienst angefordert

NÜRNBERG (pm/nf) - Über die einheitliche Notrufnummer 112 kann in Deutschland und Europa rund um die Uhr Hilfe durch Feuerwehr und Rettungsdienst angefordert werden. Der Notruf 112 verbindet landesweit mit der Integrierten Leitstelle (ILS). Der Anruf funktioniert aus allen Telefonnetzen ohne Vorwahl und ist gebührenfrei.


Die Feuerwehr Nürnberg betreibt seit nunmehr vier Jahren die ILS für die Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen sowie für die Landkreise Nürnberger Land, Fürth und Erlangen-Höchstadt. Dabei hat sich der gemeinsame Notruf 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst bewährt. Menschen in einer Notlage müssen sich nicht mehr unterschiedliche Notrufnummern merken, um schnell professionelle Hilfe anzufordern. Die 112 hat sich dabei mehr und mehr etabliert. Die Mehrheit der eingehenden Notrufe wird bereits über die 112 abgewickelt.

„Leider werden aber immer noch ehemalige Rufnummern wie die alte 19222 für medizinische Notrufe verwendet“, sagt Brandoberrat Marc Gistrichovsky, Leiter der ILS Nürnberg in der Feuerwache 4 am Hafen. Dabei bietet die Verwendung der Nummer 112 deutliche Vorteile.

Sie ist sowohl aus dem Festnetz als auch aus dem Handynetz vorwahl- und kostenfrei zu nutzen. Zudem wird die Rufnummer auch bei einer Rufnummernunterdrückung des Teilnehmers immer mit übertragen. So kann dem Anrufer im Notfall auch bei einem technik- oder krankheitsbedingten Gesprächsabbruch geholfen werden. Über den Notruf 112 können die Bürgerinnen und Bürger auch Krankentransporte (also nicht Notfalltransporte) anfordern. „Wir wollen den Anrufern nicht zumuten, bei Bedarf zwischen einem echten Notfall oder einem Krankentransport zu unterscheiden. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen entscheiden nach den ermittelten Angaben und Algorithmen, ob Sie ein Fahrzeug mit Blaulicht entsenden oder ob es sich um einen weniger zeitkritischen Fall handelt“, erläutert Gistrichovsky.

Die Disponenten in der ILS sind sowohl im Feuerwehr- als auch im Rettungsdienst ausgebildet. Selbstverständlich ist mittlerweile die Anleitung zu Erste-Hilfe-Maßnahmen am Telefon. Hierbei ist insbesondere die Anleitung zur Reanimation per Telefon bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zu nennen, die bis zum Eintreffen des Rettungsdiensts durchgeführt wird. So können die Disponentinnen und Disponenten über das Telefon Leben retten.

Im Durchschnitt werden in der ILS Nürnberg 2.300 Gespräche pro Tag geführt. Damit gehört sie zu den größten ihrer Art in Deutschland. Dank der Integrierten Leitstellen in Bayern ist die Notrufnummer 112 auch per Fax erreichbar. So können auch Personen, die nicht sprechen oder hören können, schnell Hilfe holen. Auch beim Fax-Notruf muss keine Vorwahl eingeben werden.
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