„Gesundheitssysteme vor Kollaps bewahren und Aufklärungsarbeit leisten“

Inzwischen sind 2.500 Menschen in Westafrika an Ebola gestorben. Bereits 4.000 Menschen haben sich infiziert. (Foto: Fotolia)
MdB Wöhrl fordert mehr Hilfe im Kampf gegen Ebola und warnt vor Rückschritten in der Entwicklung in den betroffenen Ländern

NÜRNBERG (pm/nf) - Die Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Deutschen Bundestag, Dagmar G. Wöhrl, MdB fordert angesichts der steigenden Anzahl von Ebola-Toten in Westafrika mehr Unterstützung im Kampf gegen die Seuche: „In diesen Tagen haben wir den 2500. Ebola-Toten in Westafrika zu beklagen und bereits über 4000 Menschen sind infiziert. Ich habe deshalb das Thema für die kommende Woche auf die Tagesordnung des Entwicklungsausschusses gesetzt und werde persönlich mit dem WHORegionaldirektor für Afrika, Dr. Luis Gomes Sambo, über mögliche weitere Schritte beraten. Für den UNO-Aktionsplan gegen Ebola wird fast eine Milliarde Euro benötigt – nur ein Viertel davon steht derzeit zur Verfügung. Deutschlands 12 Millionen Euro dürfen hier nicht das Ende der Fahnenstange sein! Wichtig sind auch mehr medizinische Unterstützung, technische Ausrüstung und präventive Aufklärungskampagnen. Wir müssen die Gesundheitssysteme vor Ort vor dem Kollaps bewahren. Ich hoffe deshalb, dass die Staatssekretäre der zuständigen Ministerien in ihrer heutigen Krisensitzung weitere Hilfen vereinbaren werden.“

Wöhrl weiter: „Die Angst der Menschen und die lahmende Wirtschaft wird in den kommenden Monaten auch dafür sorgen, dass die Entwicklung in den betroffenen Ländern ins Stocken gerät und viele Menschen nicht mehr mit
ausreichend Nahrungsmitteln versorgt werden können. Diesen Teufelskreis müssen wir durchbrechen, bevor er erst richtig begonnen hat. Liberia hat nach Jahren des Bürgerkrieges endlich eine Entwicklung hin zu Stabilität und Wachstum beschritten. Nigeria kämpft gleichzeitig gegen Ebola und die Terrororganisation Boko Haram. Guinea und Sierra Leone sind ebenfalls bitterarme und krisengeschüttelte Länder. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Länder keine Rückschritte in ihrer Entwicklung machen. Ansonsten wird unsere langjährige Unterstützung ad absurdum geführt.“

Zur Koordinierung der internationalen Hilfe sagte Wöhrl weiter: „Deutschland sollte auf internationalem Parkett eine Ebola-Konferenz, unter Leitung der Vereinten Nationen, zur Koordinierung der weltweiten Hilfe anregen. Die weltweit zugesagten Hilfen und medizinisch-technische Unterstützung – wie auch die militärische Unterstützung der USA – sind dringend notwendig und auch richtig. Allerdings fordere ich alle Beteiligten dringend dazu auf, diese Hilfsmaßnahmen zu koordinieren und gezielt einzusetzen. Haiti hat uns gezeigt, was es bedeutet, wenn ein Land nach einer Katastrophe von Hilfsorganisationen überrollt wird. Wir müssen von Beginn an dafür sorgen, dass die Ebola-Hilfe für Westafrika abgestimmt und gezielt eingesetzt wird – zum Wohle aller Menschen dort.“
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