Top-Resonanz: Die ION bleibt erste Adresse für Geistige Orgelmusik in Europa

Gastgeber Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr (Mitte), mit Folkert Uhde, Künstlerischer Leiter der Internationalen Orgelwoche Nürnberg (l.), und den beiden evangelischen Regionalbischöfen, Ehepaar Prof. Dr. Stefan Ark Nitsche und Elisabeth Hann von Weyhern. (Foto: Henning Nürnberg)
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bat zum Staatsempfang auf die Kaiserburg

NÜRNBERG (hn) - Es ist das größte und älteste Festival für Geistliche Orgelmusik in Europa: Die Internationale Orgelwoche Nürnberg (ION). Zum Abschluss lud Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, gleichzeitig Vorsitzender des Stiftungsrats, zu einem Staatsempfang auf die Nürnberger Kaiserburg.


Die Initiatoren stellten die fest etablierte Veranstaltungsreihe, die heuer zum 66. Mal stattfand, unter das Motto des 500-jährigen Reformationsjubiläums. Herrmann erinnerte daran, dass die „Historie der Reformation nicht von der Geschichte der Musik – insbesondere der `Musica Sacra´ – zu trennen sei. Sie legte seinerzeit den Grundstein für die europäische Musikkultur.“

Reformator Martin Luther prägte sie durch seine Lieder, aber auch in Form der musikalischen Bildung der Jugend und den Gemeindegesang mit bis heute anhaltender Wirkung. So entstand ein großer Reichtum an protestantischer Kirchenmusik wie die von Johann Sebastian Bach, dessen Werke als „Gipfelpunkt der lutherischen Kirchenmusik“ und musikalischer Ausdruck der Reformation gelten. Außerdem verwies der Minister auf die besondere Bedeutung von Nürnberg als „herausragenden Ort des Reformationsgeschehens mit dem 1525 öffentlich geführten `Nürnberger Religionsgespräch´ als Schlüsselereignis. Die Frankenmetropole führte die Reformation daraufhin als erste Reichsstadt verbindlich ein.“
In diesem Zusammenhang sei es laut Herrmann naheliegend, dass die ION 2017 mit der Königin der Instrumente sowie zahlreichen Chor- und Symphoniekonzerten dem wortgewaltigen Dichter und Theologen mit einer klingenden Hommage würdige. Zum Jubiläumsjahr forschte sie dem musikalischen Klang der Reformation – speziell in Nürnberg – nach. Dabei beschränkte sich die ION nicht nur auf die Zeit Luthers, sondern schloss auch die nachfolgenden Jahrhunderte mit der Aufführung mit ein. So gehörten mit der re:format:ion von vermeintlich bekannten Stücken ebenso ganz neue Formen und Formate zum vielfältigen Repertoire der Veranstaltungsreihe.
Der mit Beifallsstürmen begleitete Anfang der insgesamt 35 Aufführungen fand in der Sebalduskirche statt und schickte die Besucher auf eine musikalische Reise von der Gegenwart in die Vergangenheit – eine nach den Worten von Staatsminister Joachim Herrmann „zweifellos musikalische Prachtentfaltung.“ Die Macht des Gesangs konnte das zum Teil von weither angereiste Publikum auch zum Ausklang von Deutschlands renommiertester Orgelwoche – an gleicher Stelle – einmal mehr hautnah miterleben. Dabei gelang es dem Schweizer Ensemble „Gli Angeli Geneve“, das Kernstück der protestantischen Kirchenmusik in St. Sebald zu einer unvergleichlichen Darbietung werden zu lassen. „Mit seinem engelsgleich reinen und dennoch höchst individuell gefärbten Klang ist bei der Formation um Gründer Stephen MacLeod der Name zugleich Programm. Der Abend war einfach ein großartiges Erlebnis. Einen so nachhaltigen Beifall gibt es in dieser Kirche nicht immer“, schwärmte Herrmann.
Seine Anerkennung sprach der CSU-Politiker insbesondere dem künstlerischen Leiter der ION, Folkert Uhde, der bereits seit vier Jahren das Programm der ION gestaltet, und Geschäftsführerin Cornelia Schiffel mit ihrem Team für die „durchdachte Konzeption und perfekte Organisation“ aus. „Sie haben mit großer Verantwortung und Leidenschaft wieder für ein klangvolles Hörerlebnis gesorgt und uns so den Zusammenhang von Reformation und Musik näher gebracht“, betonte Herrmann.
Dabei vergaß er nicht, auch den großzügigen Gönnern – allen voran der Sparkasse Nürnberg als langjähriger Hauptsponsor – sowie der Stadt Nürnberg und dem Bezirk Mittelfranken als öffentliche Zuschussgeber zu danken. Außerdem trage die Liane und Frank W. Wilmers Stiftung sowie der Freundeskreis der Internationalen Orgelwoche maßgeblich zur Finanzierung der ION bei. Nicht unerwähnt ließ Joachim Herrmann auch die Bundeskulturstiftung und den Freistaat, die mit entsprechenden Fördermitteln ebenfalls zu Realisierung und Gelingen einen „wesentlichen und damit unverzichtbaren Beitrag leisten.“
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