FIFA-Reform bringt XXL-Pause
Lange Unterbrechung der Bundesliga
- Der Ball ruht in den kommenden Wochen in der Bundesliga. (Archivfoto)
- Foto: Julius Frick/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
BERLIN (dpa/ak) – Die Bundesliga steht vor einer ungewohnt langen Auszeit. Fast drei Wochen ruht der Spielbetrieb, weil die FIFA ab 2026 die bisherigen Länderspielfenster im September und Oktober zu einem einzigen Block zusammenlegt. In dieser Zeit können Nationalmannschaften bis zu vier Partien austragen, die zweite Unterbrechung im Oktober entfällt. Die Termine im November und März bleiben bestehen.
Die Reaktionen auf das neue Modell fallen unterschiedlich aus. Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß spricht von einem „negativen Aspekt“ und sieht die Pause aus Vereinssicht zur Unzeit. Für ihn wirkt sie wie eine verlängerte Vorbereitung, die er im frühen Saisonverlauf nicht braucht. Andere Trainer begrüßen die Unterbrechung ausdrücklich. Claus-Dieter Wollitz aus Cottbus nutzt sie, um durchzuatmen. Kölns René Wagner hält ein paar freie Tage nach einer intensiven Vorbereitung und vier Spieltagen für wichtig, um mental herunterzukommen.
HSV-Coach Merlin Polzin betrachtet die Pause als Chance, um konzentriert an Abläufen zu arbeiten. Bayerns Trainer Vincent Kompany gefällt das neue Modell sogar ausgesprochen gut – mit einem Augenzwinkern verweist er auf die Möglichkeit, mit dem Staff und der Familie gemeinsam auf die Wiesn zu gehen. Für die Spieler sei es weniger ideal, fügt er an.
Auch die Vereine gestalten die lange Unterbrechung sehr unterschiedlich. Während Nationalspieler unterwegs sind, stehen für die übrigen Profis Training, freie Tage oder Testspiele an. Der SC Paderborn reist für ein Freundschaftsspiel gegen D.C. United in die USA. RB Leipzig verzichtet dagegen auf Tests, um Verletzungen vorzubeugen, und gewährt den Spielern einige freie Tage. Werder Bremen gibt sogar bis zum 26. September komplett frei.
Bundestrainer Jürgen Klopp kommt die XXL-Pause zum Amtsantritt entgegen. Sie verschafft ihm Zeit, seine Mannschaft kennenzulernen und Abläufe zu etablieren. Viel zusätzliche Trainingsarbeit bleibt wegen der vier Länderspiele dennoch nicht. Für die Vereine sei die Situation ungewohnt, sagt Klopp. Direkt nach der Pause beginne die intensivste Phase des Jahres mit Champions League und Europa League – ein Grund mehr, warum viele Clubs ihren Spielern jetzt ein paar freie Tage gönnen.
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