Handball: Deutsche Jugend-Meisterschaft
HC Erlangen gewinnt, scheidet aber aus
- Eine außergewöhnlich erfolgreiche A-Jugend des HC Erlangen verabschiedet sich (JockiFoto)
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Erlangen (hjk) - Wer in der rappelvollen Karl-Heinz-Hiersemann-Halle in Erlangen das Hinspielergebnis nicht kannte, durfte angesichts des furiosen 11-Tore-Sieges gegen den THW Kiel mit 41:30 (18:16) gemutmaßt haben, dass der Titelverteidiger HC Erlangen ins Halbfinale einzieht.
Aber da war eben auch dieses 45:29-Hinspiel für die Jugend des THW vor einer Woche in Kiel, so dass eben die „Zebras“ nun die Runde der besten vier Mannschaften Deutschlands erreichten.
Knapp an der Sensation
„Es gab in der Halle dieses gewisse Gefühl, dass es sich hätte entwickeln können, die Riesensensation zu schaffen. Auch wenn wir nicht ganz herankamen, waren wir aber immerhin im Bereich dessen, etwas ganz Besonderes herbeizuführen“, sagte HCE-Trainer Tobi Wannenmacher, der dafür mehr als nur den einen Hut vor seiner Mannschaft zog.
Die gut 1500 Zuschauer waren trotz des deutlichen Hinspielrückstandes gekommen um das Erlanger Team zu unterstützen. „Wieviele von Ihnen an einen 17 Tore Sieg glaubten, weiß ich nicht. Aber die, die da waren und zur Mannschaft gehalten haben, haben ihr Kommen sicher nicht bereut.“
Aufgeben war keine Option
Ans vorzeitige Aufgeben dachten die Franken schon unter der Woche, in der Vorbereitung auf das Rückspiel, zu keinem Zeitpunkt. Die Schmerzen der letzten Wochen und Monate waren vergessen und jeder im Team wollte es im Vergleich zum desolaten Hinspiel besser machen. Zudem war man sich im Team bewusst, dass sie die Halle bei aufopferungsvollem Einsatz, großen Emotionen und dem nötigen Mut, wie schon beim Gewinn der deutschen Meisterschaft, nach vorne tragen würde.
Viele schnelle Tore
Ab der 15. bis zur 35. Minute konnten die Kieler das Spielgeschehen ausgeglichen gestalten und die Halle durch eigene Treffer und Torwartparaden etwas beruhigen. In der Gesamtbetrachtung der Erlanger „High-Speed“ Aufholjagd schmerzten aber sicherlich die sieben verworfenen Siebenmeter im Spielverlauf.
Beim HC Erlangen feierte in den letzten 15 Minuten der Erlangern Stammtorwart Dorian Knezevic ein emotionales Comeback und löste den bis dahin gut haltenden Florian Weiß ab.
Als Wirbelwind Luca Spitzner und Michel Fuchs in den letzten Minuten des Spiels zum 39:27 trafen und die Halle förmlich explodierte, fehlten den HCE-Youngsters nur noch vier Tore zur großen Sensation. „Aber die Kieler machten eben auch ihre Tore, wenn sie sie brauchten, ihre Qualität ist riesengroß“, merkte Wannenmacher an.
Trainer ist stolz
„Das Team hat heute, beim letztendlich leider tränenreichen Abschluss ihrer Jugendzeit, nochmal bewiesen, wozu es in der Lage ist, warum sich viele zurecht deutscher Meister nennen dürfen. Wir können uns, vor allem in der Mannschaft, nach dieser grandiosen Leistung mehr als nur wieder in die Augen schauen und stolz sein“, so Tobi Wannenmacher.
„Sämtliche Spieler sind heute für das Team, den Verein, aber auch für sich selbst ans Limit gegangen und haben alles reingeworfen", so der Erlanger Coach und weiter „der HC Erlangen e.V. gratuliert dem THW Kiel zum verdienten Weiterkommen und wünscht Ihnen viel Erfolg im Kampf um die deutsche Meisterschaft."
Außergewöhnliches Team
Damit verabschiedet sich der „goldene Jahrgang 2007“ von seiner mehr als erfolgreichen Jugendzeit. U.a. holten sie sechs bayerische Meistertitel, waren viermal Teilnehmer an deutschen Meisterschaften, dreimal davon mindestens unter den Top 8 Deutschlands, sowie den historischen Titelgewinn 2025 der Deutschen A-Meisterschaft wird den Spielern keiner mehr nehmen.
Mehr unter: HC Erlangen e.V.
Autor:Jocki Krieg aus Erlangen |
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