Schön anzuschauen, aber schwierig anzubauen
Mohn aus dem Landkreis Fürth

Sieht gut aus, braucht aber viel Erfahrung – der Blaumohn  am Pleikershof. Landrat Matthias Dießl und Bürgermeister Bernd Obst machen sich ein Bild von den Herausforderungen beim Mohnanbau.
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  • Sieht gut aus, braucht aber viel Erfahrung – der Blaumohn am Pleikershof. Landrat Matthias Dießl und Bürgermeister Bernd Obst machen sich ein Bild von den Herausforderungen beim Mohnanbau.
  • Foto: Roland Beck
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LANDKREIS FÜRTH (pm/ak) - Bereits seit der Bronzezeit wird in Mitteleuropa Mohn kultiviert. Im Landkreis Fürth ist mit dem Anbau von Wirtschaftsmohn ein neuer regionaler Kreislauf entstanden mit zahlreichen Vorteilen für Verbraucher und regionale Anbieter. Der Mohn, dessen Felder mit ihrem lila-blaufarbene Blütenmeer in Cadolzburg derzeit eine Augenweide sind, wird beispielsweise bei der Veitsbronner Bäckerei Greller für die Herstellung von Mohngebäck und Mohnbrötchen verwendet.

Die Regionalinitiative “Gutes aus dem Fürther Land” besichtigte mit Landrat Matthias Dießl und Bürgermeister Bernd Obst das Feld von Familie Hornig und Günther am Pleikershof. Der Mohnanbau wurde in Bayern in den 1950er-Jahren verboten, weil die Pflanze das Morphin ausbildet, das für Drogen verwendet werden kann. Deshalb wird der größte Anteil des in Deutschland benötigten Mohns importiert. Dieser Teil muss aufbereitet werden, um die hiesigen strengen Morphingrenzwerte einzuhalten.

Wer heute in Deutschland Schlafmohn anbauen will, braucht dazu eine betäubungsrechtliche Erlaubnis. Zudem sind für den landwirtschaftlichen Anbau nur wenige Mohnsorten zugelassen. Diese Sorten sind morphinarm, genauso wie der daraus gewonnene Samen.

“Auch, dass der Anbau kompliziert ist und am Anfang viel Improvisationsvermögen sowie Erfahrung im Ackerbau erfordert, haben wir nicht als Hindernis, sondern als Herausforderung gesehen“, sagte Barbara Günther. Meist Anfang Juni steht der Mohn in voller Blütenpracht auf dem Feld. Dieses Jahr nun schon im Mai aufgrund einer ausgeprägten Trockenheit im Frühsommer und einer deutlich früheren Reifung der Pflanzen. „Der Mohnacker bietet zugleich Nahrung und Lebensraum für viele Insekten. Und natürlich ist er auch eine echte Augenweide für den Betrachter”, sagte Matthias Dießl.

Wie Barbara Günther erläuterte, wäre nun ein warmer Sommerregen gut für die Ernte, die Ende August erfolgt. “In Bayern liegt die Anbaufläche bei etwa 20 Hektar”, berichtete der Landrat. Die Ernte ist nicht einfach. Maschinell gehe da wenig, so Barbara Günther. Die Mohn-Ernte sei im Grunde Handarbeit. Reif ist die Frucht, wenn die Kapsel raschelt und die herausfallenden Samen ihre Endfarbe behalten. “Auf den Ertrag müssen wir uns in diesem trockenen Jahr keine allzu großen Hoffnungen machen“, so der Initiator für
den Mohnanbau am Pleikershof, Theodor Bender.

Cadolzburgs Bürgermeister Bernd Obst ergänzte: „Ich hoffe, dass der Anbau in unserer Heimatgemeinde weiter erfolgreich gelingt. Außerdem wird die Ernte auch gleich hier vor Ort weiterverarbeitet.“

Der Mohnsamen wird in Bayern in erster Linie von Bäckern nachgefragt, als Zutat für Brötchen und Kuchen. Dies gilt auch für den Cadolzburger Mohn. “Die Bäckerei Greller ist einer unserer Abnehmer”, so Barbara Günther. „Durch den regionalen Anbau erhalten wir als Bäckerei Greller den hochwertigen Blaumohn auf kürzestem Weg zur direkten Weiterverarbeitung in unserer Backstube“, ergänzt Christian
Greller, Bäckermeister der Bäckerei.

„Wer das Gebäck oder die Brötchen kauft, bekommt ein echtes Naturprodukt. Das ist ein wunderbares Beispiel für einen regionalen Produktkreislauf”, verdeutlichte der Landrat.

Hobbyköche bekommen den fränkischen Blaumohn direkt am Pleikershof und über die Hofladenbox (www.hofladenbox.de).

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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