Hüter der Oberasbacher Grenzen
Norbert Deubel ist neuer Siebener-Obmann
- Birgit Huber mit Norbert Deubel (Mitte) und Heinz Dieter Scharrer.
- Foto: Stadt Oberasbach
- hochgeladen von Arthur Kreklau
OBERASBACH (pm/ak) – Seit 6. März 2025 ist Norbert Deubel der neue Obmann der Oberasbacher Siebener. Der 65-Jährige folgt auf Heinz Dieter Scharrer, der den Feldgeschworenen seit 2004 vorstand. Alter und neuer Stellvertreter ist Günther Müller.
Es ist das wohl älteste kommunale Ehrenamt in Bayern: Die „Feldgeschworenen“ oder „Siebener“ wachen seit Jahrhunderten über die Einhaltung von Grundstücksgrenzen. In Oberasbach gehören zu diesem ehrenwerten Kreis derzeit sieben aktive und fünf passive Mitglieder – sie alle tragen durch ihre Arbeit zum friedlichen Zusammenleben in der Stadt bei und genießen besonderes Vertrauen. Der ehemalige Vermessungsbeamte Heinz Dieter Scharrer gab kürzlich nach über zwanzig Jahren die Verantwortung als Chef-Grenzhüter ab, bleibt dem Ehrenamt auf Lebenszeit aber auch mit fast 84 Jahren verpflichtet und stellt seinen großen Erfahrungsschatz weiterhin zur Verfügung. „Große Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Unbestechlichkeit sind nur drei Eigenschaften, die ihn als Obmann auszeichneten. Ich danke Dir für Deinen unermüdlichen Einsatz für das Feldgeschworenenwesen ganz herzlich, lieber Heiner. Unser neuer Obmann muss große Fußstapfen ausfüllen, aber ich bin mir sicher, dass Norbert Deubel das hervorragend machen wird“, so Erste Bürgermeisterin Birgit Huber. Der ehemalige Versicherungsfachmann leistete am 9. Oktober 2017 seinen Eid als Feldgeschworener.
„Die Anfragen gehen vom Landesamt für Vermessung in Neustadt/Aisch oder von Privatpersonen beim städtischen Tiefbauamt ein. Uwe Zitzler oder Silke Bittel geben sie dann an mich weiter. Bis auf unseren letztjährigen Neuzugang Rudolf Jordan, der noch als Rettungssanitäter im Schichtdienst arbeitet, und einen Landwirt sind wir alle Rentner und somit recht flexibel“, schmunzelt Deubel. Die Siebener hatten allein dieses Jahr schon sieben Einsätze, 2024 waren es rund dreißig. Dabei arbeiten sie mit dem städtischen Bauhof zusammen, der die nötigen Grenzzeichen und Werkzeuge vorhält. „Wir können den Leuten richtig Geld sparen, denn wir bekommen nur eine Aufwandsentschädigung von 15 Euro pro Person und Stunde, wo eine Fachfirma für Vermessungstechnik schnell tausend Euro in Rechnung stellt. Außerdem können wir Grenzpunkte sichern – das ist z.B. bei einem laufenden Bauprojekt interessant, wenn die Markierungen erst später endgültig gesetzt werden sollen“, verrät Norbert Deubel. „In Oberasbach werden die Siebener heute besonders oft bei der Teilung von Grundstücken gerufen, Stichwort Nachverdichtung.“
Der für jeweils sechs Jahre gewählte Obmann der Feldgeschworenen teilt nicht nur seine Kollegen für die Einsätze ein, meist in Zweierteams. Er informiert als Lehrmeister die Jungsiebener über das Feldgeschworenenwesen, weiht in das Siebenergeheimnis ein und vermittelt die nötigen Handwerkstechniken. Als Siebener-Ansprechpartner innerhalb seines Zuständigkeitsbereichs ist er über die Kommune oder das Landratsamt erreichbar. Nicht zuletzt ist er zuständig für die Organisation und Durchführung der traditionellen Grenzumgänge mit dem Stadtrat, wie zuletzt am 1. März. Der nächste Termin ist für Oktober geplant, entlang der südlichen Grenze bei Rehdorf.
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