Klaus Jäckle in der Alten Synagoge in Schwabach
Domenico Scarletti und Franz Schubert auf der Konzertgitarre
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Der Gitarrist Klaus Jäckle präsentierte sein außergewöhnliches Konzertprogramm "Der klingende Augenblick - Klang und Poesie", das bekannte Klavierwerke in neuem Klanglicht erscheinen ließ. In eigenen, eigens für dieses Projekt geschaffenen Übertragungen brachte er Musik von Domenico Scarlatti (1685-1757) und Franz Schubert (1797-1828) erstmals auf die Konzertgitarre – und machte dabei hörbar, wie eng die Klangwelt dieser Komponisten mit der Gitarre verbunden ist. Die Hitze brachte ein neues Accessoires auf die Bühne: ein blaues Handtuch. Der Meister spielte aber trotz dieser Bedingungen ein einwandfreies Konzert.
Zu Beginn des Abends standen fünf Sonaten von Domenico Scarlatti. Der italienische Meister
verbrachte viele Jahre am spanischen Hof und ließ sich dort nachhaltig von den Rhythmen, Farben
und Spielweisen der spanischen Gitarre inspirieren. Kastagnetten-artige Effekte, virtuose Läufe und
tänzerische Figuren verleihen seinen Sonaten eine unmittelbare Nähe zum Instrument, das in Spanien
allgegenwärtig war. In Klaus Jäckles Übertragungen kehren diese Werke gleichsam zu ihren
klanglichen Wurzeln zurück. Der Begriff "Sonate" sei leicht irreführend, gemeint sei ein Instrumentalstück der kürzeren Art. Es sei ein instrumentaler Einfall, bei Schubert aufs Klavier gesetzt und weiterentwickelt. Es gehe um Stimmung, den Moment Musicaux, spontane Einfälle und schließlich um Lieder ohne Worte bei Mendelssohn Bartholdy.
Einen zweiten Schwerpunkt bildete Musik von Franz Schubert: ein Impromptu, ein Moment Musicaux,
sowie die späten Klavierstücke D 946. Klaus Jäckle gab einen Einblick in Schuberts Beziehung zur Gitarre, die dabei weit mehr als eine biographische Randnotiz ist. Da Schubert über lange Zeit kein eigenes Klavier zur Verfügung stand, komponierte er vielfach mit Hilfe der Gitarre, deren harmonisches Denken und intime Klanglichkeit seine Musik entscheidend prägten. Gerade in den lyrischen, gesanglichen Linien und den
transparenten Strukturen seiner Klavierwerke wird diese Nähe spürbar.
Klaus Jäckle eröffnete mit seinen Bearbeitungen neue Perspektiven auf vertraute Meisterwerke: Die
Konzertgitarre verleiht den Stücken eine besondere Direktheit, Wärme und kammermusikalische
Intimität. Zugleich entsteht ein faszinierender Dialog zwischen Original und neuer Klanggestalt – ein
Abend voller Entdeckungen, der zeigte, wie selbstverständlich sich große Klaviermusik, zu ihrer
Entstehungszeit Cembalo oder Hammerklavier, auf der Gitarre entfalten kann.
Sämtliche Werke erklangen in eigenen Übertragungen von Klaus Jäckle als Premiere. Der Raum der Alten Synagoge in der Goldschlägerstadt war die perfekte Kulisse.
Autor:Edith Link aus Nürnberg |
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