Publikumsmagnet Planetarium Nürnberg: Mit der Maus durchs Universum reisen

Freuen sich über stetig wachsende Besucherzuwächse und wollen Wissenschaft unterhaltsam vermitteln: Dr. Martin Ecker (Direktor des Bildungszentrums im Bildungscampus Nürnberg, r.) und Dr. Klaus Herzig, Leiter des Planetariums. (Foto: Nicole Fuchsbauer)

NÜRNBERG (nf) - Die Macher des Nicolaus-Copernicus-Planetariums am Plärrer haben Grund zur Freude: 2016 verzeichnete man das beste Jahresergebnis seit 2001 (damals war die Queen-Lasershow der Renner). Knapp 71.000 Besucherinnen und Besucher strömten letztes Jahr in den Kuppelsaal. Und der Besucherstrom reißt auch nicht ab: Im ersten  Halbjahr kamen knapp 36.500 Zuschauer in das größte Planetarium Bayerns - ein Publikumsplus von fünf Prozent. Das liegt übrigens nicht nur daran, dass an heißen Sommertagen der Besuch einer Vorführung die reine Erholung ist – angenehme 22 Grad hat es im klimatisierten Saal mit dem beeindruckenden Projektor in der Mitte. 

Mit einem Kuppeldurchmesser von 18 Metern samt digitaler Fulldome-Projektion (bewegte Bilder/Filme können kuppelfüllend gezeigt werden und nicht nur statische Bilder aus der Überlagerung der Projektion mehrerer Diaprojektoren) zählt das Planetarium Nürnberg zu den neun großen deutschen Großplanetarien und bietet ein spannendes Programm. Dazu gehören Vorführungen und Themenshows über Astronomie (per Mausklick oder Joystick durch den Andromeda-Nebel rasen), aber auch Vorträge und Veranstaltungen aus den Fachrichtungen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sowie Kultur-Highlights. 


,,Nicht nur Sterne gucken"

Im Herbst fällt der Startschuss für die Themenshow ,,Die Wirbeljagd – Expedition Uhrwerk Ozean". Ab Freitag, 6. Oktober 2017 (20 Uhr) suchen Küstenforscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht kleine Meereswirbel – die unbekannten Zahnräder im Uhrwerk Ozean. Die Meereswirbel sind wie die großen Meeresströmungen maßgeblich an der Energieverteilung im Ozean beteiligt und beeinflussen so das weltweite Klima und die Nahrungskette der Meere. Die großen Rätsel im Meer sind auch für Kinder ab 12 Jahre geeignet. 

Einfach genial. Wer waren eigentlich die einflussreichsten Denker und Wissenschaftler der Geschichte? In der Vortragsreihe ,,Einfach genial" stellt das Planetarium mit dem Cauchy-Forum-Nürnberg e.V. und dem Bayerischen Philologenverband ab Herbst herausragende Persönlichkeiten vor, die die Entwicklung des Wissens und des Fortschritts nachhaltig geprägt haben. Nachdem am 11. Oktober 2017 ,,Platon, Aristoteles und Vorsokratiker mit einem Vortrag von Prof. Dr. Fritz Krafft die Reihe eröffnen, folgen am 18. Oktober ,,Galilei, Kepler und die Copernicanische Wende" mit einem  Vortrag von Pierre Leich. Eine Woche später laden ,,Newton und Kant" mit einem Vortrag von Prof.  Dr. h.c. Ivo Schneider ins Planetarium ein. Im  November warten ,,Descartes, Leibniz und der Aufbruch in die Neuzeit", ,,Darwin, Wallace und die Evolution", ,,Freud, Jung und die Psychologie", ,,Einstein und die Relativitätstheorie" sowie ,,Planck, Heisenberg, Schrödinger und die Quantenphysik". 

Reformation im Planetarium

Ein ,,aus besonderem Holz geschnitzter" Martin Luther macht am Reformationstag (Feiertag, 31. Oktober) Halt im Planetarium. Die Marionette ist Star im Reformationsjubiläumsjahr (75 Zentimeter groß, zwei Kilo schwer) und wird von Roland Richter vom Hanauer Marionettentheater zum Leben erweckt. Das Bestreben von Autorin Ines Fetzer war es, die Geschichte so zu erzählen, dass sie auch für jene verständlich ist, die noch nicht von Luther gehört haben. Geeignet auch für Kinder ab Jahren. Beginn ist um 16.30 Uhr. 

Über das Nürnberger Planetarium
Am 10. April 1927 öffnete das Planetarium am Rathenauplatz seine Pforten. Nach nur sieben Jahren wurde das Haus im Jahr 1934 auf Betreiben der Nationalsozialisten wieder geschlossen und abgerissen. In den 1950er Jahren beschloss der Stadtrat dann die Neuerrichtung eines Planetariums, das 1961 an seinem heutigen Standort am Plärrer in Betrieb genommen wurde. Dort setzt es die lange Tradition der astronomischen und naturwissenschaftlichen Bildung erfolgreich fort.
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