600 Jahre Wirtshausgeschichte in Nürnberg

Viele schriftliche Quellen erschließen die frühe Vielfalt der Nürnberger Wirtshäuser. (Foto: Fotolia)
NÜRNBERG (pm/nf) - Anhand von archäologischen Funden rekonstruiert der Stadtarchäologe John P. Zeitler in seinem Vortrag „Vom ‚Wilden Mann‘ zum ‚Hans Sachs‘“ 600 Jahre Wirtshausgeschichte in Nürnberg. Der Vortrag beginnt am Donnerstag, 12. März 2015, um 19 Uhr im Stadtmuseum Fembohaus, Burgstraße 15.

Zahlreiche schriftliche Quellen erschließen heute die frühe Vielfalt Nürnberger Gasthäuser – bereits im 14. und 15. Jahrhundert wurde beispielsweise zwischen Weinschenken, Süßweinschenken, Bierschenken, Metschenken, Branntweinschenken, Herrentrinkstuben, Handwerkertrinkstuben, Garküchen und Gastherbergen unterschieden. Daneben offenbaren auch archäologische Funde oft Erstaunliches: Verschiedene Arten zerbrochener Trinkgefäße zeigen den Wandel von der früheren „Weinstadt“ zur neuzeitlichen „Bierstadt“.

Trinkgläser eines spätmittelalterlichen Dorfgasthauses erlauben einen Einblick in die Geschichte, und sogar die jüngste Vergangenheit hat ihre unauslöschlichen archäologischen Spuren hinterlassen: Im Bombenschutt des zerstörten Nürnbergs fanden sich in den Trümmern von Gasthäusern Bierkrüge, Kaffeegeschirr und Essteller – und die Überreste einer Silvesterfeier des 31. Dezember 1944. Leere Wein-, Sekt- und Likörflaschen – zu Dutzenden im Keller gestapelt – konservierte der Bombenhagel für Jahrzehnte: makabre Zeugnisse der letzen Tage des „alten Nürnbergs“.

Der Vortrag ist Teil des Begleitprogramms zur aktuellen Sonderausstellung „9 cm Nürnberg. Eine Kulturgeschichte der Nürnberger Bratwurst“, die das Stadtmuseum Fembohaus noch bis 29. März 2015 zeigt. Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Der Besuch der Ausstellung ist bereits ab 18 Uhr möglich und kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.
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