Fünf Franken für Zivilcourage ausgezeichnet

Auszeichnung für die Zugbegleiterin Eva Elsa Horn. (Foto: STMI Bayern)
 
Verleihung der Medaille für Verdienste um die innere Sicherheit in München mit dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (Mitte). (Foto: STMI Bayern)
 
Auszeichnung für Stefan Stretz aus Schwaig. (Foto: STMI Bayern)
Innenminister Joachim Herrmann überreichte gestern insgesamt 27 Bürgerinnen und Bürgern die Medaille für Verdienste um die Innere Sicherheit: Schleuser aufgedeckt, brutale Gewalttaten verhindert, Diebstahlserien gestoppt

REGION (pm/nf) - Sie haben Schleuserkriminalität aufgedeckt, Raub- und Diebstahlsserien gestoppt sowie Leben gerettet: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ehrte jetzt 27 Bürgerinnen und Bürger mit der Medaille für Verdienste um die Innere Sicherheit: ,,Ich habe größten Respekt vor Ihrem mutigen Einschreiten", würdigte Herrmann die Geehrten bei der Feierstunde. ,,Sie sind exzellente Botschafter für vorbildliche Zivilcourage und haben sich in besonderer Weise um die Innere Sicherheit verdient gemacht!"


Herrmann erinnerte auch an Dominik Brunner und dessen Tod im September 2009 am S-Bahnhof in München-Solln: ,,Dominik Brunner kam am 12. September 2009 grausam ums Leben, weil er Kinder vor Gewalttätern beschützen wollte. Dieses furchtbare Ereignis hat uns alle erschüttert und die Zivilcourage in den Mittelpunkt gerückt." Herrmann appellierte: ,,Wir brauchen in unserer Gesellschaft generell eine Kultur des Hinschauens. Es darf uns nicht gleichgültig sein, wenn Mitmenschen Gewalt erfahren, sei es zum Beispiel auf der Straße oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Menschen, die aus der Anonymität heraustreten, Frauen und Männer, die aufstehen und Verantwor­tung übernehmen, tragen zur Sicherheit unserer Gesellschaft bei." Man solle nicht wegschauen, niemand könne ausschließen, dass er selbst einmal auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Der Bayerische Innenminister hob noch einmal hervor, dass alle wachsam sein müssen und im Notfall füreinander einstehen sollen. Für Herrmann steht fest: ,,Zivilcourage bringt Sicherheit." Die Ehrung mit der Courage-Medaille fand heuer zum 22. Mal statt.

Fünf für Zivilcourage ausgezeichnete Franken: Was war passiert?


13. April 2015 in Hirschaid
Levita WEBER (34)


Am Montag, 13. April 2015, beobachtete Levita Weber zwei Männer, die mehrere Male sowohl bei ihr als auch bei der im gleichen Haus wohnhaften Nachbarfamilie klingelten und vehement gegen die Haustür klopften. Die Nachbarfamilie war zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause. Die Männer versuchten offensichtlich herauszufinden, ob jemand in dem Haus anwesend ist. Die beiden Männer begaben sich auf das Grundstück und schlichen um das Haus. Wenig später nahm Levita Weber das Klirren einer Scheibe wahr und verständigte umgehend über Notruf die Einsatzzentrale der Polizei in Bayreuth.

Den eintreffenden Polizeibeamten gelang es daraufhin, die beiden Einbrecher auf frischer Tat festzunehmen. Die beiden Männer hatten die Terrassentür der Wohnung im Erdgeschoss aufgehebelt, in der Wohnung bereits mehrere Behältnisse durchwühlt und Verwüstung hinterlassen. Gegen beide Täter erging Haftbefehl.
Durch ihr rasches Handeln und umsichtiges Verhalten trug Levita Weber entscheidend zum schnellen Fahndungserfolg bei und bewahrte ihre Nachbarn vor größerem Schaden.

7.Oktober 2014 in Nürnberg
Gregor Klose (49)
Rebekka Mander (26)


Am Dienstag, 7. Oktober 2014, befuhr eine Studentin gegen Abend mit ihrem Fahrrad in Nürnberg einen Fuß- und Radweg entlang der Pegnitz, als sie von zwei Jugendlichen angehalten und nach Kleingeld zum Telefonieren gefragt wurde. Als sie ihre Börse hervorholte, griff einer der Jugendlichen danach und rannte davon.

Der Geschädigten gelang es noch, durch Zuruf andere Passanten auf die Tat aufmerksam zu machen, unter ihnen Gregor Klose und Rebekka Mander. Diese erkannten die Situation und griffen sofort ein. Den Helfern gelang es schließlich, die beiden sich heftig sträubenden Täter bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten.

Gregor Klose und Rebekka Mander haben durch ihr selbstloses Einschreiten den Raub der Geldbörse vereitelt und die Festnahme der Täter ermöglicht. Die Aufklärung des Falles wäre andernfalls nur sehr schwer möglich gewesen.

8. Juli 2014 in Nürnberg
Stefan Stretz (44), Schwaig


Am Dienstag, 8. Juli 2014, wurde eine Seniorin am Nachmittag in Nürnberg vor der Lorenzkirche von einer jugendlichen Täterin zu Boden gerissen und ihrer Handtasche beraubt. Die Geschädigte schlug mit dem Kopf und der Hüfte auf das Kopfsteinpflaster und erlitt eine Platzwunde und Prellungen. Sie blieb glücklicherweise ohne schwerere Verletzungen.

In der belebten Fußgängerzone konnten mehrere Personen die Tat beobachten und kümmerten sich um die Geschädigte. Eine Frau rief sofort laut um Hilfe und wies darauf hin, dass der Dame die Handtasche durch ein Mädchen mit grünem T-Shirt entrissen worden sei. Stefan Stretz konnte in einiger Entfernung diese Rufe hören und erkannte in der Menge ein Mädchen, auf das diese Beschreibung zutraf.

Er folgte daraufhin der Tatverdächtigen und bemerkte, dass diese sich beim Näherkommen eines Polizeifahrzeuges versteckte. Stefan Stretz rief deshalb umgehend über Notruf die Polizei an und führte diese an die Tatverdächtige heran. Auf diese Weise gelang schließlich die Festnahme.
Nur das couragierte und schnelle Eingreifen von Stefan Stretz ermöglichte die Festnahme.

30. Juli 2014 in Nürnberg
Eva Elsa Horn (44), Gebsattel


Eva Elsa Horn war am Mittwoch, 30. Juli 2014, im Regionalzug von Ansbach nach Nürnberg als Zugbegleiterin eingesetzt. Eine Reisende machte sie auf einen Mann aufmerksam, der sich in ihrer Gegenwart die Hose geöffnet hatte und exhibitionistische Handlungen ausführte. Eine weitere entsprechende Tathandlung gegenüber einer anderen Mitreisen­den wurde durch Eva Elsa Horn selbst beobachtet. Sie informierte daraufhin die Polizei.

Bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof Nürnberg signalisierte Eva Elsa Horn den bereits wartenden Bundespolizisten, in welchem Wagen der Verdächtige sich aufhielt. Der Täter bekam dies offensichtlich mit und wollte flüchten. Eva Elsa Horn stellte sich daraufhin geistesgegenwärtig in die Wagentür und verhinderte, dass der Mann den Zug verlassen konnte.
Durch ihr Einschreiten vereitelte Eva Elsa Horn die Flucht des Exhibitionisten und ermöglichte dessen Festnahme. Weiterhin hat sie durch ihre Aussage dazu beigetragen, die Tat aufzuklären.

Hier die Bildergalerie der Verleihung in München
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