Leuchtturm für den Wissenschaftsstandort: Nürnberg bekommt eine neue Uni!

Bereits in der Kabinettssitzung im Heimatministerium Nürnberg – Ministerpräsident Horst Seehofer (l.) und der Bayerische Finanzminister Dr. Markus Söder (r.) – wurde deutlich, dass die Staatsregierung den Hochschulstandort Nürnberg/Erlangen massiv stärken will. (Foto: Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat)
Freude im Nürnberger Rathaus über Neustrukturierung der Hochschullandschaft

NÜRNBERG (nf) - Im Anschluss an die heutige Sitzung des Bayerischen Kabinetts in Feuchtwangen hat Ministerpräsident Horst Seehofer mitgeteilt, dass Nürnberg eine eigene, neue Universität bekommen werde.


Dazu erklärt Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly in einer ersten Reaktion: „Das ist eine sehr schöne Nachricht für unsere Stadt, über die man sich nur freuen kann. Mit der heutigen Entscheidung des Ministerpräsidenten und des Bayerischen Kabinetts ist eine Reihe von offenen Fragen, die in den vergangenen Wochen noch im Raum standen, geklärt. Die Stadt freut sich auf dieses Projekt und wird gemeinsam mit dem Freistaat Bayern mit voller Kraft daran arbeiten, dass in Nürnberg in absehbarer Zeit eine eigene Universität geschaffen wird. Dies stärkt den Standort Nürnberg in vielerlei Hinsicht.“

Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder: ,,Historische Entscheidung für Nürnberg: wir haben heute im Kabinett beschlossen, dass Nürnberg eine eigenständige Universität erhält. Sie soll international ausgerichtet sein, keine Doppelung zu bestehenden Universitätseinrichtungen haben und modernste Technologie der Zukunft entwickeln."

Wirtschaftreferent Dr. Michael Fraas: „Diese Entscheidung ist für Nürnbergs Zukunft als Wissenschafts- und Technologiestandort absolut positiv. Wichtig ist jetzt, ein Konzept zu entwickeln, mit dem wir Alleinstellung im Angebot der bayerischen Universitätslandschaft einnehmen und einen neuen Leuchtturm für den Wissenschaftsstandort Bayern schaffen.“

„Dies ist ein positives Signal für unsere Stadt und für Bildung - ein bildungspolitisches Highlight! Wieder einmal mehr zeigt es den hohen Stellenwert der Bildung in Bayern. Eine eigene Universität heißt, dass der Hochschulstandort Nürnberg insgesamt aufgewertet wird. Junge, engagierte Menschen bereichern die Stadt mit ihrem Knowhow, mit neuen Ideen, sind damit auch ein Magnet für die Wirtschaft. Deshalb sind Investitionen in Bildung nachhaltig, rechnen sich langfristig und sind so die beste Sozialpolitik“, freut sich die Bildungspolitische Sprecherin der CSU-Stadtratsfraktion, Barbara Regitz.

Fraktionsvorsitzender Sebastian Brehm: „Diese Milliardeninvestition in unsere Stadt ist wirklich eine historische Entscheidung. Ein Hightech-Campus mit 5000 bis 6000 Studierenden ist nicht nur bildungspolitisch ein Riesensprung für unsere Stadt. Der wirtschaftliche Mehrwert einer eigenen Universität im Bereich der Hochtechnologie ist enorm. Das sind Studienfelder, die im Umfeld auch wirtschaftliche Entwicklung mit sich bringen.“

Doch in der heutigen Kabinettssitzung gab es noch mehr gute Nachrichten für Nürnberg und ganz Mittelfranken!

,,Mittelfranken ist als ein echter Traditionsstandort Kraftzentrum in Bayern und gut aufgestellt, um den Strukturwandel erfolgreich zu meistern", so der Ministerpräsident. Weiter kündigte Horst Seehofer an, die Staatsregierung werde auch künftig alle Anstrengungen unternehmen, um die Zukunft der Menschen in Mittelfranken auch in Zeiten wirtschaftlicher Umbrüche, des demographischen Wandels und digitaler Herausforderungen zu sichern: „Mittelfranken ist auf gutem Weg, sich vom überwiegend industriellen Produktionsstandort hin zu einem Zukunftsstandort mit einem Branchenmix aus Dienstleistung, Handel, Verkehr und Industrie zu entwickeln. Mittelfranken hat ein starkes Fundament aus leistungsfähigen Unternehmen, traditionellem Handel, reichen Kulturschätzen, intakter Naturlandschaft und vor allem den vielen kreativen Menschen, die hier leben und arbeiten. Die Staatsregierung wird weiter Taktgeber für Zukunftschancen und Arbeitsplätze sein und die Neustrukturierung der Hochschul- und Forschungslandschaft oder die Stärkung der Gesundheitsregion nach Kräften vorantreiben.“
Als wichtige Signale nannte Seehofer das vor zwei Wochen in Nürnberg beschlossene Zukunftskonzept zur massiven Stärkung der Hochschulstandorte Nürnberg und Erlangen oder die Verlegung des Gesundheitsministeriums als wichtigen Teil der Ministerialverwaltung von München nach Nürnberg.

Weitere Schwerpunkte der Politik für Mittelfranken liegen auf dem Ausbau von Straße und Schiene, insbesondere auch in Richtung zum EU-Partnerland Tschechien, der Breitbandausbau, der Stärkung von Kultur und Tourismus sowie dem Schutz der einzigartigen Landschaft und Umwelt.

Die Projekte:

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

Die FAU ist die drittgrößte Universität Bayerns und die mit Abstand größte Hochschule Nordbayerns. Mit mehr als 39.000 Studentinnen und Studenten haben die Studierendenzahlen im vergangenen Wintersemester einen historischen Höchststand erreicht. Zur weiteren Stärkung des Standorts Mittelfranken hat das Kabinett am 2. Mai 2017 u.a. entschieden, eine neue Hochschuleinrichtung mit einem angestrebten Ausbauziel von 5.000 – 6.000 neuen Studienplätzen in Nürnberg zu schaffen. Das Konzept hierfür wird in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Hochschuleinrichtungen, den betroffenen Kommunen sowie der in der Region ansässigen Wirtschaft entwickelt.

„Ludwig-Erhard-Lehrstuhl für Soziale Marktwirtschaft“ an der FAU

Das Ludwig-Erhard-Haus in Erhards Geburtsstadt Fürth soll als Dokumentations-, Begegnungs- und Forschungszentrum jungen Menschen wirtschaftliche Zusammenhänge nahe bringen und sie zu unternehmerischer Tätigkeit motivieren. Dazu soll auch ein Ludwig-Erhard-Lehrstuhl für Soziale Marktwirtschaft als Stiftungsprofessur und Bestandteil des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der FAU am Standort Fürth eingerichtet werden. Das Haus soll bis Ende 2017 eröffnet werden.

Zentrum für Analytics Data Application (ADA-Center)

Die Staatsregierung unterstützt den Ausbau der anwendungsnahen außeruniversitären Forschungsinfrastruktur. Die Fraunhofer-Gesellschaft plant, mit dem Aufbau eines Zentrum für Analytics Data Application (ADA-Center) die bereits bestehenden Kompetenzen in „Künstlicher Intelligenz“ (KI) am Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen IIS zu bündeln. Mit dieser Zukunftsinvestition wird die Region Nürnberg / Erlangen mit den drei Standorten des Fraunhofer IIS in Erlangen, Nürnberg und Fürth ein wichtiger Stützpunkt im bundesweiten Forschungscluster „Maschinelles Lernen / Künstliche Intelligenz“ der Fraunhofer Gesellschaft. Mit dem ADA-Center soll es gelingen, ein international sichtbares und vernetztes Kompetenzzentrum für Data Analytics in Bayern zu etablieren und dies mit einem Anwendungs-Netzwerk für die bayerische Wirtschaft und insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen zu verknüpfen. Im Rahmen des ADA-Centers ist u.a. auch eine strategische Partnerschaft mit der FAU Erlangen-Nürnberg geplant.

Behördenverlagerung nach Mittelfranken

Behördenverlagerungen sind ein zentrales Instrument für aktive Strukturpolitik. Sie schaffen sichere Arbeitsplätze, dienen der Wirtschaft als Vorbild und stärken den ländlichen Raum. Mittelfranken profitiert mit acht Projekten im Umfang von insgesamt 561 Personen (201 Arbeitsplätze und 360 Studienplätze). Allein im Landesamt für Schule in Gunzenhausen und im Prüfungsamt des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, das im November 2017 hier den Betrieb aufnehmen soll, werden es 136 Arbeitsplätze sein. Das mittelfränkische Kernstück des Strukturkonzepts „Chancen im Land“ ist die Verlagerung des Gesundheitsministeriums von München nach Nürnberg. Ende des Jahres 2017 werden voraussichtlich bereits bis zu 35 Beschäftigte am Dienstsitz Nürnberg tätig sein. Das Landesamt für Statistik in Fürth hat derzeit dort 286 Beschäftigte und in Schweinfurt 203. In 2017 und 2018 sollen jeweils weitere 50 Arbeitsplätze aus München dorthin verlagert werden.

Breitbandausbau und BayernWLAN in Mittelfranken

Der Breitbandausbau in Bayern ist eine Erfolgsgeschichte gerade für den ländlichen Raum. Die Menschen in Mittelfranken profitieren flächendeckend vom Breitbandausbau in Bayern. An dem 1,5 Milliarden Euro umfassenden Förderprogramm der Staatsregierung sind 96 Prozent der Kommunen in Mittelfranken beteiligt. 165 Gemeinden haben bereits Förderbescheide über insgesamt über 64 Millionen Euro erhalten. Bis Ende 2020 sollen weiter in ganz Bayern 20.000 BayernWLAN-Hotspots entstehen. In Mittelfranken haben daran bereits mehr als die Hälfte der Kommunen Interesse bekundet. Bereits jetzt sind 483 BayernWLAN-Hotspots in Mittelfranken im Betrieb. Auch im öffentlichen Personennahverkehr soll das BayernWLAN verstärkt werden. Bereits Pfingsten sollen 20 Busse im Landkreis Fürth Online gehen.

Verkehrsinfrastruktur für Mittelfranken


Im Bereich der Bundesautobahnen läuft die Ausschreibung der Konzession für den Ausbau der A 3 vom Autobahnkreuz Biebelried bis zur Main-Donau-Kanalbrücke von 2019 bis 2024 als ÖPP-Projekt. Die A 6 wird bis 2019 auf den am höchsten belasteten Abschnitten auf einer Länge von rund 17 km durchgehend 6-streifig befahrbar sein. Im Bereich der Bundesstraßen sind Verbesserungen für die B 2 zwischen Augsburg und Nürnberg, die B 13 zwischen Ansbach und Eichstätt sowie die B 25 zwischen Donauwörth und der A 7 bei Feuchtwangen vorgesehen. Im Bereich der Staatsstraßen sind in Mittelfranken 44 Baumaßnahmen mit einem Volumen von rund 125 Millionen Euro geplant. Einen wichtigen Beitrag leistet auch der Kommunalstraßenbau, für den in den vergangenen 10 Jahren rund 175 Millionen Euro an Fördermitteln nach Mittelfranken geflossen sind. Wichtiges Zukunftsprojekt ist der kreuzungsfreie Ausbau des Frankenschnellwegs. Und für einen noch leistungsfähigeren, umweltfreundlichen Individualverkehr soll in der Metropolregion ein Netz von Radschnellwegen entstehen. Der Freistaat fördert die hierzu laufende Machbarkeitsstudie mit 85.000 Euro.

Schieneninfrastruktur

Am 8. Dezember 2017 wird das letzte Teilstück der Neubaustrecke zwischen Oberfranken und dem Thüringer Wald in Betrieb gehen. Damit verkürzt sich die Reisezeit von Nürnberg nach Berlin auf unter drei Stunden. Der Bedarfsplan Schienenwege sieht außerdem den Ausbau der Verbindungen von Nürnberg nach Ebensfeld, Marktredwitz/Staatsgrenze Tschechien, Regensburg und Würzburg vor.

Weitere Zukunftsprojekte sind der Ausbau des bereits 224 km langen Netzes der S-Bahn Nürnberg und die Errichtung der Stadt-Umland-Bahn (StUB) zwischen Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach. Auch der U-Bahn-Bau in Nürnberg geht weiter voran: Am 22. Mai 2017 werden die Bahnhöfe Klinikum Nord sowie Nordwestring an die Linie U3 angeschlossen; für die Verlängerung bis Gebersdorf besteht ein Planfeststellungsbeschluss. Besonders gut steht Mittelfranken bei der Barrierefreiheit von Bahnhöfen da. Aktuell sind 54 Prozent aller Stationen barrierefrei – bayernweiter Spitzenwert.

Sicherheitspolitik für Mittelfranken

Bayern ist das sicherste Bundesland. Für Top-Sicherheit braucht es eine Top-Infrastruktur. Deshalb investiert die Staatsregierung fortlaufend in die Modernisierung der polizeilichen Liegenschaften. In Mittelfranken wurden in den letzten fünf Jahren Baumaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von über 100 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Alleine in die Modernisierung der Gebäude der IV. Bereitschaftspolizeiabteilung (BPA) in Nürnberg werden insgesamt knapp 34 Millionen Euro investiert. Umfangreiche Sanierungen stehen auch bei der Polizeiinspektion Dinkelsbühl und der Polizeiinspektion Altdorf bei Nürnberg an; die Planungen dafür laufen bereits. Ausgebaut werden soll das Polizeizentrum Wallensteinstraße, um mehr Platz für das Polizeipräsidium Mittelfranken zu schaffen. Davon soll vor allem die Polizeiinspektion Spezialeinheiten Nordbayern profitieren.

Erweiterung des Dokumentationszentrums in Nürnberg

Das Dokumentationszentrum auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg ist ein herausragender historischer Lernort von besonderer nationaler und internationaler Bedeutung. An den Kosten der notwendig gewordenen Erweiterung wird sich der Freistaat Bayern mit einem spürbaren finanziellen Beitrag beteiligen.
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