Nürnberg setzt sich hoch sensibel mit dem Nationalsozialismus auseinander

MdL Dr. Ludwig Spaenle bestärkte die Stadt Nürnberg den Weg der historisch-politischen Bildung fortzusetzen. (Foto: oh/Ludwig Spaenle)
Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle beim Erinnerungsakt anlässlich der Bekanntgabe der „Nürnberger Gesetze“

NÜRNBERG (pm/nf) - Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle würdigte gestern die Stadt Nürnberg für ihren „fachlich höchst begründeten und hoch sensiblen Umgang mit dem Erbe der Jahre von 1933 bis 1945“. Als Beispiele nannte der Minister eigens das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände als Ort, an dem Menschen heute authentisch an das dunkelste Kapitel der deutschen Zeitgeschichte erinnert werden, und das „Memorium“, also die Dauerausstellung der „Nürnberger Prozesse“. Anlass für die Ausführungen des Wissenschaftsministers war der Erinnerungsakt der Noris aus Anlass der Bekanntgabe der „Nürnberger Gesetze“ vor 80 Jahren am 15. September 1935 auf dem damaligen Reichsparteitagsgelände.


Dabei stellt der Minister zwei historisch bedeutsame Termine, die beide in Nürnberg stattgefunden haben und für einen grundlegenden Wandel der Gesellschaft stehen, in den Mittelpunkt seiner Ausführungen:
- den vermeintlichen „Reichsparteitag der Freiheit“ vom 15. September 1935, bei dem die „Nürnberger Gesetze“ verkündet wurden, und
- den Beginn der Nürnberger Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher im November 1945 im Justizpalast.

Die Verbindung arbeitete der Minister, der zugleich Historiker ist, heraus: ,,Die ,Nürnberger Gesetze' gehören in die Reihe der vielfältigen und immer weiter reichenderen Maßnahmen des NS-Regimes, um die Menschen jüdischen Glaubens zunächst systematisch auszugrenzen und sie schließlich zu deportieren und zu ermorden, Maßnahmen, die bereits 1933 ihre gesellschaftlichen Folgen hatten, etwa das Streichen der jüdischen Frauen und Männer aus der Mitgliederliste beim FC Nürnberg drei Monate nach der ,Machtergreifung' der Nazis. Die Nürnberger Prozesse dagegen bildeten den Schlussstrich unter die menschenverachtende Unterdrückung – weil dort die Hauptkriegsverbrecher, die Akteure des Unrechts, von den Alliierten zur Rechenschaft gezogen wurden."

Minister Spaenle bestärkte Nürnberg, diesen Weg der Erinnerungsarbeit und der historisch-politischen Bildung fortzusetzen und sagte: „Ich bin der Stadt Nürnberg sehr dankbar, dass sie so außerordentlich viel für die Bildung und Erziehung unserer jungen Menschen zu mündigen Staatsbürgern leistet“.
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