Radschnellverbindungen für die Metropolregion

Bereits im Juli 2015 stellten Innenminister Joachim Herrmann, Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und Fürths Landrat Matthias Dießl das Pilotprojekt im Rahmen einer Pressekonferenz vor. (Foto: Archiv/Schlampp)
NÜRNBERG/REGION (pm/nf) - In den Niederlanden, in Großbritannien und in Dänemark gibt es sie schon, in Franken soll es sie bald geben: hochleistungsfähige Radschnellwege. Für Teile der Metropolregion Nürnberg wird derzeit eine vom bayerischen Innenministerium geförderte Machbarkeitsstudie für ein Radschnellverbindungsnetz erarbeitet, die auch bayernweit Vorbildcharakter haben soll. Beauftragt ist ein Planerkonsortium bestehend aus den Büros Planersocietät aus Dortmund, VIA e.G. aus Köln und DTP aus Essen.

Das Lenkungsgremium aus den Vertretern der Städteachse Nürnberg, Erlangen, Fürth, Herzogenaurach und Schwabach sowie der Landkreise Roth, Erlangen-Höchstadt, Fürth und Nürnberger Land und des Freistaats Bayern traf sich am Dienstag, 16. Februar 2016, im Baumeisterhaus in Nürnberg, um die ersten Ergebnisse der Studie zu besprechen.
Dabei sind erste Schritte in Richtung auf einen „Bayerischen Weg“ deutlich geworden: Angedacht ist ein Radschnellverbindungsnetz, das je nach Nutzeraufkommen und Verkehrsbedeutung aus drei abgestuften Radwegequalitäten besteht. Neben den neuartigen Radschnellwegen, die als „Radautobahnen“ die Städte und Landkreise verbinden sollen, soll es zur netzförmigen Erschließung der Region auch Radhauptverbindungen und Radverkehrsverbindungen in abgestufter Qualität geben, die den Anschluss an die innerstädtischen Radwegenetze herstellen. Für alle drei Radwegeformen gelten, so die einhellige Meinung der Anwesenden, hohe Anforderungen und einheitliche Vorgaben an die Wegweisung, den Winterdienst, den Unterhalt, die Baustellensicherung, die Markierung und die Ausstattung mit sonstigen Serviceangeboten sowie Informationselementen.

Das Lenkungsgremium ist sich einig, dass die Besonderheit dieses Projekts in dem intensiven Abstimmungsprozess zwischen den neun am Projekt beteiligten Gebietskörperschaften und dem Modellcharakter aufgrund der Festlegung von Qualitätsstandards zum Bau von Radschnellverbindungen für ganz Bayern liegt. „Ziel der Studie ist es, ein komfortables und eigens für die Region entwickeltes Netz von Alltagsrouten für Pendler zu schaffen, mit dem die Pendlerpotenziale zwischen den Städten und Landkreisen ausgeschöpft werden“ sagt Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich.

Aus den 20 Trassenkorridoren, die derzeit zur Diskussion stehen, sollen im Laufe des Projekts sechs Korridore ausgewählt werden, die im Zuge der Machbarkeitsstudie mittels einer Potenzialanalyse vertieft untersucht und anschließend auch umgesetzt werden. Welche Trassen wann realisiert werden können, hängt von den weiteren Ergebnissen der Machbarkeitsstudie und den Möglichkeiten zur Finanzierung ab.
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