Ziegen-Gemecker im Forst

Eberhard und Eberhard: Stolz streichelt Landrat Eberhard Irlinger (l.) das nach ihm benannte Tier auf den Armen von Ziegenbetreuer Klaus Altenbuchner (r.). Foto: oh

Neues Beweidungsprojekt gestartet

REGION - Ab sofort wird im Naturschutzgebiet „Tennenloher Forst“ noch mehr gemeckert: Die sechs männlichen Ziegen, fünf Pfauenziegen und ein Pinzgau-Bock, bekommen Verstärkung. 15 weibliche Pfauenziegen und vier Zicklein sollen im Rahmen des neuen Beweidungsprojektes ihre männlichen Artgenossen dabei unterstützen, dem Wuchs von Traubenkirsche und Gehölzjungwuchs Herr zu werden und eine Herde bilden.


Vor allem die „Spätblühende Traubenkirsche“ (Prunus serotina) hat sich in den letzten Jahren auf den schützenswerten Freiflächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes und jetzigen Naturschutzgebietes „Tennenloher Forst“ ausgebreitet. Blätter und Triebe der „Späten Traubenkirsche“ bilden bittere Inhaltsstoffe, weshalb die Wildpferde die aus Nordamerika stammende Pflanze verschmähen. Die Pfauen- und Pinzgauerziegen fressen diese und Gehölze problemlos. „Beide Ziegenarten sind alte, alpine Rassen, die als besonders widerstandsfähig gelten und sich sehr gut für die Landschaftspflege eignen“, erklärt Landrat Eberhard Irlinger in seiner Ansprache vor Ort im Tennenloher Forst. Die braun-schwarzen Pinzgauer Ziegen werden bis zu 80 Zentimeter hoch und sind bis zu 100 Kilogramm schwer. Die schwarz-weißen Pfauenziegen werden bis zu 85 Zentimeter groß und wiegen bis zu 70 Kilogramm.
Erste Erfolge können die sechs Ziegen, die seit letztem Jahr auf dem Gelände der ehemaligen Panzerschießbahn „Range 6“ im Naturschutzgebiet Tennenloher Forst leben, bereits vorweisen. „In dem Bereich, in dem die Böcke während des Sommers gepfercht waren, wurden alle Gehölze so stark verbissen, dass viele Sträucher eingegangen sind“, freut sich Biologe Johannes Marabini von der Unteren Naturschutzbehörde. Ein Jahr lang konnten er und die Ziegenbetreuer Klaus Altenbuchner und Jens-Uwe Friedberger die Tiere, die meistens in einer großen Herde herumziehen, beobachten und detaillierte Ergebnisse zum Fressverhalten der Tiere erhalten.
Das Areal sei dennoch zu groß, dass sechs Ziegen es allein beweiden können. „Uns war von Anfang an klar, dass sechs Ziegen nicht ausreichen, um 90 Hektar Pferdegehege von Traubenkirsche und Gehölzjungwuchs frei zu halten. Deshalb haben wir uns früh dazu entschlossen, den Ankauf von mehreren weiblichen Ziegen zu finanzieren. Mit dem Bayerischen Naturschutzfonds haben wir abgesprochen, dass wir dafür Ersatzgelder der Unteren Naturschutzbehörde verwenden dürfen“, sagte Landrat Eberhard Irlinger. „Die neuen Ziegen sind vor kurzem hier eingetroffen und erfüllen ihre Aufgabe bereits bestens“, kommentierte Irlinger das Gemecker und Treiben im Gehege. Die Ziegenbetreuer Altbuchner und Friedberger hatten für den Landrat auch noch eine Überraschung parat: Ihm zu Ehren tauften sie eine der Ziegen Eberhard. Danach ließ es sich der Landrat nicht nehmen, seinem Namenspaten zum Abschied über das Fell zu streichen. 
Das Landratsamt Erlangen-Höchstadt weist alle Besucherinnen und Besucher des Naturschutzgebietes darauf hin, dass die Ziegen und Pferde nicht gefüttert werden dürfen. Das Füttern kann zu schweren Erkrankungen der Tiere führen. Die DBU Naturerbe GmbH als Flächeneigentümer, Bundesforst, Landschaftspflegeverband Mittelfranken, Höhere und Untere Naturschutzbehörde sowie die Zoos als Eigentümer der Przewalskipferde begleiten das Projekt. Die Urwildpferde beweiden seit nunmehr fast zehn Jahren die ökologisch hochwertigen Freiflächen im Naturschutzgebiet „Tennenloher Forst“.






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