Mit welchen Autokindersitzen der Nachwuchs geschützt ist

Wer ein Frischgeborenes mit an Bord nimmt, muss sich eine geeignete Babyschale zulegen. (Foto: pixabay.com © pajuboyoung (CC0 1.0))
 
Nicht alle Sitze im Handel entsprechen der Sitznormen. Eltern sollten sich im Voraus genau informieren. (Foto: pixabay.com © rhonda_jenkins (CC0 1.0))

Ohne Babyschalen oder Kindersitz darf der Nachwuchs nicht mit im Auto fahren. Das ist auch gut so, denn wer seinem Kind keinen passenden Sitz kauft, gefährdet dessen Leben im täglichen Verkehr. Vor dem Kauf sollten allerdings einige Dinge beachtet werden.

Babyschalen – worauf es ankommt

• Eine Babyschale sollte im besten Fall bereits vor der Entbindung in einem Fachgeschäft gekauft oder online bei diversen Fachhändlern bestellt werden. Der Vorteil beim Onlinekauf ist die oftmals riesige Auswahl an Babyschalen und Kindersitzen. Im Fachgeschäft dagegen kann der Sitz angefasst und eventuell sogar im eigenen Auto ausprobiert werden, bevor der Kauf erfolgt.
• Die meisten Babyschalen sind bis zu einem Körpergewicht von 13 Kilogramm zugelassen. Sie werden im Auto entgegen der Fahrtrichtung montiert.
• Einige Babyschalen sind mit sogenannten Sitzschalen-Verkleinerern ausgestattet. Diese sind speziell für Neugeborene oder Frühchen gedacht und schränken den seitlichen Spielraum von Kopf und Oberkörper in der Schale ein. Sobald das Kind wächst, können die Polster einfach wieder entfernt werden.
• Inzwischen gibt es auch Babywannen, mit denen beispielsweise Frühgeborene liegend im Auto mitfahren dürfen. Allerdings dürfen diese nur auf der Rückbank und quer zur Fahrtrichtung angebracht sein.

Welche Sitze sind sicher?

Wer sich nicht auskennt, kann von der riesigen Auswahl an Babyschalen und Kindersitzen schnell überfordert sein. Welcher Sitz es letztendlich wird, liegt ganz bei den Eltern und deren Kriterien. Es schadet nicht, sich vor einem Kauf gut zu informieren und immer wieder auch die Ergebnisse diverser Kindersitztests zu berücksichtigen. Im Grunde gibt es nur einen wichtigen Punkt: der Sitz muss zumindest die ECE-R44/03 Norm oder die seit Juli 2005 gültige ECE-R44/04 Norm erfüllen. Eine weitere Zulassung mit dem Namen ECE-R129, auch als ¬i-Size bezeichnet, besteht seit 2013.
Für die i-Size Sitze ist ein sogenanntes Isofix-Befestigungssystem Vorschrift. Mit einer einfachen Klicktechnik werden die Sitze auf einer Basis angebracht. Diese wiederum ist über die Isofix-Verankerungspunkte mit dem Auto verbunden. Eine Alternative zu dieser Befestigungsvariante ist ein Dreipunktgurt im Auto.
Übrigens sollten alle Sitze bestenfalls auf der Rückbank hinter dem Beifahrersitz platziert werden. Der Vorteil hierbei ist, dass sich die Tür beim Einsteigen und Aussteigen zum Gehweg hin öffnet und nicht etwa zu einer mitunter stark befahrenen Straße. Auf dem vorderen Beifahrersitz darf ein Kindersitz nur dann befestigt werden, wenn der dort vorhandene Front-Airbag abgeschaltet ist.
Von Zeit zu Zeit sollten Babyschalen und Kindersitze von den Eltern genau angeschaut und überprüft werden. Vor allem an den Gurten zeigen sich hin und wieder Abnutzungserscheinen, die ernst zu nehmen sind. Nach einem Unfall sollte der Sitz im Übrigen ausgetauscht werden; selbst dann, wenn keine erkennbaren Mängel zu sehen sind.

Welcher Sitz für welches Alter?

Kinder wachsen schneller, als man schauen kann. Leider heißt das auch, dass für das zunehmende Alter und damit auch das sich schnell verändernde Gewicht des Kindes immer ein neuer Sitz benötigt wird. Man unterscheidet ältere Sitze der ECE-R44 Norm in fünf Kategorien (Gewichtsklassen):
1. 0+: klassische Babyschalen und sogenannte Reboad-Systeme. Diese sind bis maximal 13 Kilogramm zugelassen. Reboad bedeutet, dass ein Kindersitz entgegen der Fahrtrichtung montiert wird. Fast alle Babyschalen funktionieren nach diesem System. Es schützt bei einem Aufprall bei Unfällen die Wirbelsäule des Nachwuchses besser.
2. 0: Babyschalen der Kategorie 0 gibt es kaum noch. Sitze dieser Kategorie sind bis 10 Kilogramm zugelassen.
3. I: Sitze dieser Kategorie reichen von 9 bis18 Kilogramm.
4. II: Sitze der Kategorie II reichen von 15 bis 25 Kilogramm.
5. III: Sitze der letzten Kategorie reichen von 22 bis 36 Kilogramm. Danach sind die meisten Kinder schwer und groß genug, um auf den normalen Sitzen sitzen und mit einem normalen Gurt angeschnallt werden zu können.
Bei neueren Systemen entscheidet sowieso die Körpergröße darüber, welcher Sitz der passende ist. Die einzelnen Hersteller legen also fest, welches Modell bis zu welcher Körpergröße verwendet werden muss. Wer einen neueren Sitz für sein Kind verwenden möchte, muss allerdings darauf achten, dass das Fahrzeug eine i-Size Kennung aufweist. Alternativ kann es auch sein, dass in der Fahrzeugfreigabeliste am Kindersitz das entsprechende Automodell aufgelistet ist.

Wo und wie kommt der Sitz ins Auto?

Wie bereits mehrmals erwähnt: Babyschalen und Kindersitze gehören in der Regel auf die Rückbank, am besten hinter den Beifahrer. Wer aber ganz alleine mit einem Säugling eine längere Zeit lang im Auto fährt, kann sich auch überlegen, die Babyschale auf den vorderen Beifahrersitz zu platzieren, um den Nachwuchs immer im Blick zu haben. Ein ständiger, nicht ungefährlicher Blick über die Schulter nach hinten lässt sich damit vermeiden. Wichtig ist allerdings auf jeden Fall darauf zu achten, dass der Frontairbag deaktiviert ist. Bei allen Reboad-Systemen bringt der Airbag nicht etwa zusätzlichen Schutz für die Kleinen, sondern schleudert die Babyschale bei einem Aufprall im schlimmsten Fall durch den Wagen.
Nur wer die die Schalen und Sitze übrigens mit den Dreipunktgurten so im Auto befestigt, dass sie fest angezogen ist und keinen Spielraum geht, kann für die maximale Sicherheit des Kindes sorgen. Genauso sollten auch die Gurte in der Schale so fest angezogen sein, dass zwischen dem Körper und dem Gurt gerade noch so eine flache Hand hindurchpasst.


Abbildung 1: pixabay.com © pajuboyoung (CC0 1.0)
Abbildung 2: pixabay.com © rhonda_jenkins (CC0 1.0)
Abbildung 3: pixabay.com © Pixel-mixer (CC0 1.0)
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