Nicht von Pappe: Offline-Werbung ist nicht tot

SERVICE (ak/fi) - Werbung, oder wie es im Marketing-Jargon so schön heißt, „Verbraucherinformationen“, ist für viele Menschen mehr als ein Ärgernis als ein wertvoller Hinweis angesehen. Entsprechend gut gestaltet, lassen sich durch bestimmte Werbemaßnahmen jedoch potentielle Kunden erreichen, ohne dass diese sich belästigt fühlen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Wahl des Werbeträgers.

Onlinewerbung: Unbegrenzte Reichweite, aber…

Der Werbeträger, über den Unternehmer am meisten Menschen erreichen können, ist zweifelsohne das Internet. Schließlich ist prinzipiell jeder, der im Netz unterwegs ist, auch über Anzeigen ansprechbar. Das sind zum jetzigen Zeitpunkt ungefähr 3,5 Milliarden Nutzer, und es werden täglich mehr. In Deutschland nutzen mittlerweile 84 Prozent aller Bürger das Internet. Aber macht diese gigantische Reichweite das World Wide Web automatisch zur perfekten Werbeplattform?

Diese Frage lässt sich grundsätzlich mit Ja beantworten. Mit entsprechenden Maßnahmen lässt sich sogar steuern, welche Zielgruppe welche Werbeanzeigen zu sehen bekommt. Außerdem ist Onlinewerbung wesentlich kostengünstiger als etwa das Ausstrahlen von TV-Werbespots. In der Praxis sieht das Ganze allerdings ein wenig anders aus. Denn schließlich sind nicht nur Reichweite und Zielgenauigkeit einer Werbemaßnahme wichtig – sondern vor allem, wie gut sie bei der Zielgruppe ankommt.

Totgeglaubte werben besser

In dieser Hinsicht schneidet Onlinewerbung bei den Nutzern allerdings denkbar schlecht ab, wie die Ergebnisse einer Statista-Umfrage dazu, welche Werbung als störend oder hilfreich empfunden wird, nahelegen.

Den ersten Platz belegen hier zwar TV-Spots, auf den sechs folgenden Plätzen finden sich aber verschiedenste Online-Werbemaßnahmen. Zwischen 50 und 64% der Befragten empfinden Werbung auf Nachrichten-Websites, in Newslettern, Suchmaschinen, vor YouTube-Videos oder in Bannerform als besonders störend. Als hilfreich klassifizieren diese Werbemittel hingegen maximal 24% der Nutzer – das ist nicht gerade das, was sich Werbetreibende von der Durchschlagskraft ihrer Anzeigen erhoffen dürften.

Ein gänzlich anderes Bild zeigt sich in Bezug auf klassische Werbeträger: Plakatwerbung empfinden nur 12% als störend und 30% sogar als hilfreich, und auch Werbeanzeigen in Zeitungen werden eher positiv bewertet. Und, was angesichts der allgegenwärtigen Schilder an Briefkästen mit der Aufschrift „Bitte keine Werbung einwerfen“ wohl am meisten verwundern dürfte: Postwurf- und Werbesendung, bewerten ganze 44% der Befragten als hilfreich. Die gute alte Werbebroschüre ist also noch immer eines der effektivsten Werbemittel – und noch dazu in der Herstellung im Vergleich zu anderen Werbemitteln erschwinglich, wenn man sich die Angebote der Anbieter ansieht. Besonders in hoher Stückzahl lohnt es sich, Broschüren zu bestellen und zu verschicken. Vielleicht kommen Informationen, die in dieser Form übermittelt werden, auch deshalb so gut an, weil die Verbraucher nicht gezwungen sind, sie zu lesen – anders als zum Beispiel bei Pop-Up-Fenstern, die sich ungewollt ins Sichtfeld des Nutzers drängen und oft umständlich weggeklickt werden müssen. Handfestes hat eben auch im digitalen Zeitalter noch seine Vorteile.



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