Welt‑Adipositas‑Tag
Bayern ringt mit den Folgen des Übergewichts
- Krankhaftes Übergewicht ist ein Problem - auch für das Gesundheitssystem (Symbolbild).
- Foto: Jan Woitas/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
MÜNCHEN (dpa/lby/ak) – In Bayern leben inzwischen mehr als eine Million Menschen mit krankhaftem Übergewicht – eine Zahl, die nicht nur medizinisch, sondern auch finanziell spürbare Folgen hat. Nach Angaben von Gesundheitsministerin Judith Gerlach belaufen sich die jährlichen Kosten für die Behandlung von Adipositas im Freistaat auf rund 197 Millionen Euro. Allein im Jahr 2024 waren etwa 1,1 Millionen gesetzlich Versicherte betroffen.
Besonders aufmerksam verfolgt das Ministerium die Entwicklung bei Kindern. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit meldete für das Schuljahr 2023/24, dass 3,6 Prozent der Erstklässler stark übergewichtig waren, weitere 4,9 Prozent galten als übergewichtig. Auch bei Erwachsenen zeigt der Trend seit Jahren nach oben: Laut Mikrozensus sind rund 15 Prozent der bayerischen Bevölkerung adipös, etwa 35 Prozent bringen zu viele Kilos auf die Waage. Seit 2009 steigt dieser Anteil langsam, aber stetig.
Gerlach warnt vor den gesundheitlichen und seelischen Belastungen, die starkes Übergewicht mit sich bringt. Folgeerkrankungen wie Diabetes oder Herz‑Kreislauf‑Probleme seien häufig, ebenso psychische Belastungen. Mit einem „Masterplan Prävention für Bayern“ will die Ministerin gegensteuern. Entscheidend sei, so betont sie, dass Kinder früh an Bewegung und ausgewogene Ernährung herangeführt werden – ein Ansatz, der langfristig die Weichen stellen soll.
Die Zahlen zeigen, wie groß die Herausforderung inzwischen geworden ist. Gleichzeitig wächst der Druck, Prävention und Gesundheitsförderung stärker in den Alltag der Menschen zu bringen.
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