Gerüchte ohne Grundlage
Experten widersprechen Behauptungen über gestreckten Kraftstoff

Im Netz verbreiten sich Falschbehauptungen über angeblich gestreckten Kraftstoff. (Archivbild) | Foto: Alain Jocard/AFP/dpa
  • Im Netz verbreiten sich Falschbehauptungen über angeblich gestreckten Kraftstoff. (Archivbild)
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Berlin (Sebastian Fischer/dpa/ak) – In sozialen Netzwerken kursieren derzeit Videos, in denen Nutzer die Qualität von Benzin und Diesel infrage stellen. Manche sprechen sogar von gestrecktem Kraftstoff und berichten von angeblich massenhaften Werkstattbesuchen. Fachleute halten diese Darstellungen für unbegründet.

Der ADAC, der rund 22 Millionen Mitglieder vertritt, erklärt auf Anfrage, es gebe keinerlei Hinweise auf manipulierten Sprit. Auch der Bundesverband Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler meldet keine Auffälligkeiten. Weder seien Fälle bekannt, in denen Kraftstoff verunreinigt worden sei, noch gebe es eine Häufung von Schäden, die darauf zurückzuführen wäre.

Trotzdem verbreiten Influencer auf TikTok und YouTube seit Wochen entsprechende Vermutungen. In Kommentaren ist von angeblich gepanschtem Diesel oder Benzin die Rede, manche Nutzer berichten von deutlich geringerer Reichweite. Belege dafür liefern die Beiträge nicht.

Die Kontrolle der Kraftstoffqualität liegt in Deutschland bei den Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen werden jährlich rund 200 Proben an öffentlich zugänglichen Tankstellen entnommen und in spezialisierten Laboren untersucht. Hinweise auf Manipulationen gab es in diesem Jahr bislang nicht. Auch Bayern meldet aus der jüngsten Kontrollkampagne keine Auffälligkeiten. In Brandenburg liegen den zuständigen Behörden ebenfalls keine Beschwerden oder Erkenntnisse über gestreckten Sprit vor.

Der Tankstellenverband bft betont, dass Kraftstoffe in Deutschland strengen gesetzlichen Normen unterliegen und entlang der gesamten Lieferkette überwacht werden. Manipulationen seien aufgrund geschlossener Logistiksysteme, regelmäßiger Kontrollen und hoher wirtschaftlicher wie strafrechtlicher Risiken äußerst unwahrscheinlich. Verbraucherinnen und Verbraucher könnten sich auf eine einheitliche Qualität verlassen.

Autor:

Arthur Kreklau aus Fürth

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