Rückgang bei Asylanträgen in Bayern
Freistaat plant Schließung teurer Unterkünfte
- Die rückläufigen Zuwanderungszahlen sind in Bayern weiterhin statistisch nachweisbar - wenn sich der Trend fortsetzt, sollen bald die ersten angemieteten Immobilien für die Unterkunft gekündigt werden. (Symbolbild)
- Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
MÜNCHEN (dpa/lby/ak) – Die Zahl der Asylanträge in Bayern ist deutlich gesunken. Nach Angaben des Innenministeriums haben in den ersten zehn Monaten dieses Jahres rund 11.700 Menschen im Freistaat Asyl beantragt – ein Rückgang um 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als noch 27.600 Anträge gezählt wurden. Auch die Zahl der Asylerstanträge, die bundesweit vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erfasst werden, ist in Bayern deutlich zurückgegangen: Von Januar bis Ende Oktober wurden 13.053 Erstanträge registriert, gegenüber 31.412 im Vorjahr.
Die Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Unterbringungssituation. Mitte November lebten noch rund 126.000 Menschen in den bayerischen Asylunterkünften – etwa 12.000 weniger als zu Jahresbeginn. Angesichts dieser Zahlen kündigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bereits am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Ansbach an, dass der Freistaat im kommenden Jahr eine Reihe von Unterkünften schließen werde. Vorrang hätten dabei jene Einrichtungen, für die in der Hochphase der Zuwanderung besonders kostspielige Mietverträge abgeschlossen wurden. Diese sollen nun, sofern rechtlich möglich, gekündigt werden.
Herrmann betonte, dass durch die Schließungen nicht nur die Kommunen entlastet würden, sondern auch der Staat Ausgaben einsparen könne. Die Maßnahme sei ein Beitrag zur Haushaltsdisziplin und komme letztlich auch den Steuerzahlern zugute.
Auch bei der Zuwanderung aus der Ukraine zeigt sich ein rückläufiger Trend. Laut Innenministerium sind derzeit über 193.000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine im Ausländerzentralregister für Bayern erfasst. Der Zugang aus der Ukraine ging im Zeitraum von Januar bis Oktober 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent zurück – von rund 17.000 auf etwa 14.000 Personen.
Die Zahlen deuten auf eine Entspannung der Lage hin, werfen aber zugleich Fragen zur künftigen Ausgestaltung der Unterbringung und Integration auf. Der Freistaat steht vor der Aufgabe, die Infrastruktur an die veränderten Bedingungen anzupassen – mit Blick auf Effizienz, aber auch auf Menschlichkeit.
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