Geduld statt vorschneller Urteile
Klopp verteidigt sein Mittelfeld
- Jürgen Klopp wünscht sich für den Neuaufbau der Nationalmannschaft Geduld.
- Foto: Sven Hoppe/dpa
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MÜNCHEN (dpa/ak) – Jürgen Klopp hat die Diskussion um das Zusammenspiel von Joshua Kimmich und Felix Nmecha mit einem ungewöhnlichen Bild beantwortet. Auf die Frage nach der Qualität ihrer Abstimmung im Zentrum reagierte der Bundestrainer mit einem Vergleich zum Ballett – und mit einem energischen Appell für mehr Zeit im laufenden Umbruch der Nationalmannschaft.
Nach dem Fehlstart in der Nations League betonte Klopp, dass sich seine Spieler erst an Vorgaben und Taktik gewöhnen müssten. Würde man ein Ballett nach wenigen Tagen auftreten lassen, „rennen die sich über den Haufen“, sagte er vor dem dritten Länderspiel unter seiner Leitung gegen Serbien am Abend (20.45 Uhr/ZDF) in München. Kritik an Kimmich und Nmecha, die für die Partie nicht im Aufgebot stehen, wollte er nicht gelten lassen. Selbst eine perfekt funktionierende Doppelsechs helfe nicht, wenn die Abläufe im restlichen Team nicht stimmten.
Die beiden Mittelfeldspieler waren nach dem 0:1 gegen Griechenland in den Fokus geraten. Nmecha hatte vor dem Gegentor den Zweikampf gemieden, Kimmich den Ball unglücklich abgefälscht. Klopp stellte klar, dass beide im 4‑3‑3 nicht als klassische Doppelsechs agieren: Kimmich übernimmt die defensivere Rolle, Nmecha arbeitet davor.
Grundsätzlich warnt der 59‑Jährige vor schnellen Bewertungen. Nach fünf Tagen habe in seiner gesamten Laufbahn „noch keine Doppelsechs funktioniert“. Der öffentliche Blick auf die Nationalmannschaft liege derzeit „unter einem Brennglas“, beschleunige den Prozess aber nicht. Klopp spricht von klaren Entwicklungsschritten, die jeder Spieler in absehbarer Zeit verinnerlichen müsse – bis dahin sei es noch ein weiter Weg.
Trotz der ausbleibenden Siege sieht der Bundestrainer Fortschritte. Gegen die Niederlande und Griechenland habe man den Gegnern bereits Probleme bereitet. Ergebnisse störten zwar, seien aber nur Momentaufnahmen. Wie beim Ballett, so Klopp, erkenne man die Qualität oft erst Monate später.
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