Medizin von morgen in Erlangen
Regierungsvertreter Bär und Herrmann besuchen FAU
- Der ärztliche Direktor des Uniklinikums Erlangen Prof. Dr. Heinrich Iro, FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, Bundestagsabgeordneter Dr. Konrad Körner und Erlangens 2. Bürgermeister Jörg Volleth.
- Foto: Konrad Körner & Team
- hochgeladen von Arthur Kreklau
ERLANGEN (pm/ak) – Erlangen hat eindrucksvoll gezeigt, warum die Stadt längst zu den führenden Wissenschafts- und Medizintechnikstandorten Deutschlands zählt. Unter dem Motto „Medizin der Zukunft“, das das Wissenschaftsjahr 2026 prägt, trafen sich Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu einem Runden Tisch an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Eingeladen hatten der Erlanger Bundestagsabgeordnete Dr. Konrad Körner, FAU-Präsident Prof. Joachim Hornegger und Erlangens Zweiter Bürgermeister Jörg Volleth.
Im Mittelpunkt stand die Hightech Agenda Deutschland, mit der die Bundesregierung die technologische Wettbewerbsfähigkeit des Landes stärken will. Kaum ein Ort eignet sich dafür besser als die Europäische Metropolregion Nürnberg, in der Spitzenforschung, Medizintechnik und klinische Exzellenz eng verzahnt sind. Das Uniklinikum, das Medical Valley und zahlreiche innovative Unternehmen bilden ein Ökosystem, das bundesweit Maßstäbe setzt.
Nach der Begrüßung durch Hornegger und Körner sowie kurzen Ansprachen der Ministerin führte Bürgermeister Volleth in die Veranstaltung ein. Anschließend präsentierten zwei Forschungsgruppen ihre Arbeiten. Prof. Sarina Müller-Hübner, Prof. Roland Nagy und Prof. Christoph Alexiou zeigten, wie Nano- und Quantenmedizin Diagnosen beschleunigen und Therapien präziser machen könnten. Mit modernster Quantensensorik lassen sich Krebszellen anhand ihres Magnetfelds von gesundem Gewebe unterscheiden. Grundlage sind superparamagnetische Eisenoxidpartikel, die sich steuern lassen und Medikamente direkt in Tumore transportieren können. Das soll Therapien wirksamer machen und Nebenwirkungen reduzieren. Auch bei der Sepsisdiagnostik könnte die Technologie künftig eine Rolle spielen.
Im zweiten Vortrag erläuterte Prof. Silvia Budday gemeinsam mit ihrem Team, wie mechanische Analysen des Gehirns und darauf basierende Computermodelle helfen, erkranktes Gewebe während Operationen sichtbar zu machen. Die Simulationen sollen zudem individuelle Krankheitsverläufe vorhersagen und so bessere Therapieentscheidungen ermöglichen.
In der anschließenden Gesprächsrunde diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung, Industrie und Politik über Chancen und Herausforderungen für den Wissenschaftsstandort Deutschland. Immer wieder wurde betont, dass die Region bereits heute international führend sei, aber weitere Anstrengungen nötig seien, um diese Position auszubauen. Besonders Start-ups und Leuchtturmprojekte bräuchten stärkere Unterstützung.
Die politischen Stimmen unterstrichen die Bedeutung des Standorts. Ministerin Bär sprach von einem Ort, an dem die Medizin der Zukunft längst Realität sei. Innenminister Herrmann hob die internationale Strahlkraft der Erlanger Forschung hervor und zeigte sich optimistisch, dass Bayern weiterhin erhebliche Forschungsmittel anziehen werde. Bürgermeister Volleth betonte die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft in der Stadt, während FAU-Präsident Hornegger die Bedeutung der Schlüsseltechnologien der Hightech Agenda hervorhob. Besonders hob er die Resonanz auf die CAR‑T‑Zelltherapie hervor, mit der an der FAU die Autoimmunerkrankung Lupus behandelt werden kann.
Der Besuch machte deutlich, wie stark Erlangen im Wettbewerb der Innovationsstandorte aufgestellt ist – und wie sehr die Zukunft der Medizin hier bereits Gestalt annimmt.
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