Playmobil schließt Werk in Dietenhofen
Produktion wandert nach Malta und Tschechien
- Die Anlagen in dem traditionsreichen Werk stehen inzwischen still. Playmobil wird nur noch in den EU-Ländern Tschechien und Malta produziert. (Archivbild)
- Foto: Alexander Rüsche/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
Zirndorf (dpa/ak) – Die Ära der Playmobil‑Fertigung in Deutschland endet. Eine Woche vor der endgültigen Schließung des Werks in Dietenhofen hat die Horst Brandstätter Group die verbliebenen Beschäftigten freigestellt. Die Produktion ruht, künftig sollen die bekannten Figuren ausschließlich in Malta und Tschechien hergestellt werden. Entwicklung, Verwaltung, Marketing, Vertrieb und Logistik bleiben am Stammsitz in Zirndorf, wo das Unternehmen weiterhin seinen Kern sieht.
Im Februar hatte der Hersteller überraschend angekündigt, das Werk zum 30. Juni zu schließen. Rund 350 Beschäftigte sind betroffen. Für sie wurde ein Sozialplan mit Abfindungen und einer Transfergesellschaft vereinbart. Die Gewerkschaft IGBCE kritisierte sowohl die Entscheidung als auch die Kommunikation. Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg hatte der Vorstand noch von einer möglichen Trendwende gesprochen, nur eine Woche später folgte die Nachricht über das Aus der Produktion. Viele Beschäftigte fühlten sich überrumpelt. Betriebsratschef Michael Ulbrich sprach von einem Tag, an dem für zahlreiche Kolleginnen und Kollegen „eine Welt zusammengebrochen“ sei.
Der Hersteller begründet den Schritt mit hohen Lohn‑ und Energiekosten sowie rückläufigen Umsätzen. Die Spielwelten von Playmobil verkauften sich zuletzt schlechter, wiederholte Rückgänge belasteten das Unternehmen. Die Bündelung der Fertigung im Ausland sei notwendig, um wirtschaftlich wieder Tritt zu fassen und langfristig wachsen zu können.
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