Arbeit für über 50 Menschen

Einfache handwerkliche Tätigkeiten im Rahmen der Arbeitstherapie sind eine extrem große Hilfe für Menschen mit seelischen Behinderungen, um den Tag zu strukturieren und Rückfälle zu verhindern.       Foto: Caritas
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Schlange stehen für Arbeitstherapie im Nürnberger Land

NÜRNBERG - Die Carisma-Arbeitstherapie ist eine Einrichtung der Caritas, die über 50 Menschen mit Behinderungen eine Arbeitsgelegenheit bietet. Doch aktuell stehen 23 Menschen mit einer psychischen oder Suchterkrankung auf der Straße. 

Nachgewiesen wurde diese Zahl in einer Bedarfserhebung des Regionalen Steuerungsverbundes Nürnberger Land, der analog den Vorgaben des Bezirks Mittelfranken von Oktober bis Dezember 2012 eine Zählung durchführte. Erfasst wurden alle Personen, die sich vergeblich um eine beschützte Arbeit, einen betreuten Wohnplatz oder eine Aufnahme in eine Tagesstätte für Menschen mit seelischen Behinderungen bemüht haben. Diese Bewerber befinden sich meist in therapeutischen Einrichtungen und benötigen dringend eine arbeitsähnliche Maßnahme, weil sie ihren Tag nicht ausreichend strukturieren können. Ohne Beschäftigung wäre ihr Rückfallrisiko bzw. die Gefahr, dass sich die psychische Erkrankung verschlimmert, deutlich erhöht. Thomas Reichelsdorfer, Leiter der Carisma-Arbeitstherapie, hat einen Antrag auf Erweiterung um 15 Plätze beim Bezirk Mittelfranken gestellt. Er stellt fest: ,,In diesem Winter haben wir eine ungewöhnlich hohe Nachfrage. Wir sind glücklicherweise in der Lage, zusätzlich so viele Arbeitsplätze einrichten zu können. Aber der Bezirk, der das finanziert, sieht 2013 nur drei Plätze für das Nürnberger Land vor". Unter dem Druck anderer Bezirke und der Umlagezahler hatte der Bezirk Mittelfranken 2011 als Sparmaßnahme beschlossen, zunächst keine Platzerweiterungen in der Eingliederungshilfe mehr zu fördern. Für das Jahr 2013 sah sich der Bezirk in der Lage, diese Vorgabe zu lockern und legte den genannten bescheidenen Ausbaurahmen fest.

Da sich Krankheiten aber nicht an politische Beschlüsse halten, sammelten sich in der Zeit des Ausbaustopps die Anfragen – und weil sich die finanzielle Situation des Bezirks Mittelfranken wieder entspannt hat, hoffen die Vorsitzende Angela Henke und der Geschäftsführer Michael Groß vom Caritasverband, Christina Gietl vom Regionalen Steuerungsverbund sowie die Betroffenen auf eine positive Entscheidung des Bezirkstages, den Ausbaurahmen umgehend der Realität anzupassen.

Autor:

Archiv MarktSpiegel aus Nürnberg

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