Heiligenstadt feiert 850-jähriges Bestehen: Geldsegen vom Freistaat Bayern

Festakt 850 Jahre Heiligenstadt (v.l.): Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler, Regierungspräsidentin Oberfranken Heidrun Piwernetz, Chronist Dieter Zöbelein, Bürgermeister Helmut Krämer, Staatssekretär Thomas Silberhorn, Landrat Johann Kalb,  Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold, Europaabgeordnete Monika Hohlmeier, Forchheims Landrat Dr. Herrmann Ulm.
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  • Festakt 850 Jahre Heiligenstadt (v.l.): Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler, Regierungspräsidentin Oberfranken Heidrun Piwernetz, Chronist Dieter Zöbelein, Bürgermeister Helmut Krämer, Staatssekretär Thomas Silberhorn, Landrat Johann Kalb, Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold, Europaabgeordnete Monika Hohlmeier, Forchheims Landrat Dr. Herrmann Ulm.
  • Foto: Nicole Fuchsbauer
  • hochgeladen von Nicole Fuchsbauer

HEILIGENSTADT (nf) - Am vergangenen Samstag (22. September 2018) feierte die Marktgemeinde Heiligenstadt i.OFr. ihr 850-jähriges Bestehen mit einem ökumenischen Festgottesdienst in der St.-Veits-Michaeliskirche und einem Festakt in der Oertelsscheune. Gekommen waren viele prominente Gäste u.a. aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Feuerwehren und Ehrenamt. 1. Bürgermeister Helmut Krämer freute sich im Namen des Marktgemeinderates über ,,einen beeindruckenden Festgottesdienst“ und den Feierlichkeiten ,,mit vielen freundlichen und lieben Menschen“. Die größte Überraschung für die Marktgemeinde hatte aber die Regierungspräsidentin für Oberfranken Heidrun Piwernetz im Gepäck!

Heidrun Piwernetz (,,Bei uns in Oberfranken sind die Bratwürschd lang und die Reden kurz“) überraschte die Anwesenden mit einer weiteren großzügigen Unterstützung des Freistaates in Form von zusätzlichen 900.000 Euro für den anstehenden Breitbandausbau in 24 Gemeindeteilen. Momentan ist die Internetanbindung mit Glasfaser bis ins Haus für alle das innovativste Projekt der Marktgemeinde.

Unter den Gästen in der Oertelscheune neben zahlreichen Bürgermeistern sowie Vertretern der Kirchen auch Europaabgeordnete Monika Hohlmeier, der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidung Thomas Silberhorn, Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler, MdB Emmi Zeulner,  Bezirksheimatpfleger Oberfranken Prof. Dr. Günter Dippold, Monika Schenk Gräfin von Stauffenberg und Ehemann Christoph Schenk Graf von Stauffenberg, Landrat Johann Kalb, Forchheims Landrat Dr. Herrmann Ulm u.v.m.

1. Bürgermeister Helmut Krämer, Marktgemeinde-Chronist Dieter Zöbelein und besonders Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold gaben einen spannenden, unterhaltsamen Überblick über die Geschichte und die Menschen  Heiligenstadts. So ist der heutige Ortsname gleich zweifach irreführend, denn hat weder mit einem Heiligen noch mit einer Stadt zu tun. Orte und Städte mit dem Namen Heiligenstadt gibt mindestens fünf, beispielsweise in Wien oder Heiligenstadt im Eichsfeld. Zudem wird Heiligenstadt oft mit dem Hallstadt bei Bamberg verwechselt. Warum? Im Dialekt klingt ,,Heischdod“ sehr ähnlich, das führt bei auswärtigen Gästen oft für Verwirrung. Helmut Krämer schmunzelnd: ,,Allerdings kommen wir in mehrerlei Hinsicht an Hallstadt nicht heran. Denn schon bei den Finanzen – ob Steuerkraft oder Rücklagen – gibt’s schon einen kleinen Unterschied. Hallstadt liegt im Maintal - wir im schönen Leinleitertal und über Heiligenstadt thront Schloss Greifenstein, darüber sind wir sehr glücklich!“

Obwohl der Ort selbst viel älter ist und Ortsnamenforscher davon ausgehen, dass auf „–stadt“ endende Ortsnamen um zirka 700-800 entstanden sind, gibt es eine erste urkundliche Erwähnung Heiligenstadts erst vor 850 Jahren. Eine auf Monat und Tag genaue Datierung der Urkunde von 1168 ist allerdings nicht möglich. Die in gotischer Schrift und in lateinischer Sprache verfasste Urkunde der bischöflichen Kanzlei Bamberg wurde vom damaligen Bamberger Bischof Eberhard II ausgestellt. Dieser bestätigt, dass der damalige Pfarrherr eine Mühle bei der Kirche hat bauen lassen, um vom Ertrag die Beleuchtung seiner Kirche zu verbessern, die wohl seit Jahren (!) nicht gerade ideal war. Ein deutlicher Hinweis, dass Heiligenstadt älter als die beurkundeten 850 Jahre ist. Dass eine viel frühere Besiedlung im Gemeindegebiet (in welcher Form auch immer) stattgefunden haben muss, davon zeugen beispielsweise auch die keltischen Begräbnisstätten in Hohenpölz. Bei der erwähnten Mühle handelt es sich um einen Vorläuferbau der Mühle in der heutigen Mühlengasse, 100 Meter nordöstlich der Kirche. Die Besitzer der Mühle entrichteten über Jahrhunderte Zinsen und Gülten sowie Frondienst an Pfarrei und Kirche. Sehr anschaulich beleuchtete Prof. Dr. Günter Dippold übrigens auch die Geschichte und starke Bedeutung des Schlosses Greifenstein, sein Rittergeschlecht und die Familie der von Stauffenberg (seit 1691 im Besitz des Schlosses). Wer die Burg ursprünglich erbaut hat, ist nicht bekannt. Im Jahr 1172 wurde zum ersten Mal der Name der Burg mit Eberhard de Grifenstein aus dem Geschlecht der Schlüsselberger erwähnt. Bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1347 besaßen die Schlüsselberger die Burg. Mit dem Aussterben ihrer Nachfolger, der Herren von Streitberg im Jahre 1690, fiel das Lehen an den Lehnsherrn, das Hochstift Bamberg, zurück. Ein Jahr später erhielt der Bamberger Fürstbischof Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg die Burg (Schloss) Greifenstein für seine Verdienste um das Bistum Bamberg als Lehen.  

Mehr über Heiligenstadt und seine Gemeindeteile kann in der umfangreichen Gemeindechronik (Dieter Zöbelein, herausgegeben anlässlich der Feier des 450-jährigen Jubiläums der Verleihung des Marktrechtes an Heiligenstadt i. OFr.), erhältlich im Bürgerbüro des Marktes Heiligenstadt i.OFr., nachgelesen werden.

Markante Eckpunkte der Geschichte Heiligenstadts

• 1168 erstmals urkundlich erwähnt, wahrscheinlich älter als das Bistum Bamberg, das 1007 gegründet wurde.
• Zeit des 30-jährigen Krieges, der Verwüstungen hinterließ.
• Starke Bedeutung der Adeligen im Leinleitertal.
• Gemeindegebietsreform in den 1970iger Jahren.

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