IHK zum weiteren Fahrplan in der Corona-Pandemie
Wirtschaft unter Druck

Für IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner steht das Überleben vieler Einzelhandelsgeschäfte auf der Kippe.
  • Für IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner steht das Überleben vieler Einzelhandelsgeschäfte auf der Kippe.
  • Foto: Armin Straehle/IHK für Oberfranken-Bayreuth
  • hochgeladen von Roland Rosenbauer

OBERFRANKEN (ihk/rr) – "Die von der bayerischen Staatsregierung festgelegten Maßnahmen sind aus Sicht der Wirtschaft ein erster wichtiger Schritt zu einer Erleichterung des Wirtschaftslebens", so Gabriele Hohenner, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth. Vor allem die ab 20. bzw. 27. April geplante Wiedereröffnung einiger Bereiche des Einzelhandels sei gut und wichtig.

Für große Teile der Wirtschaft sei die Corona-Krise schließlich die existenzielle Frage schlechthin. Sehr viele Unternehmerinnen und Unternehmer machen sich nicht nur Sorgen um die Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden, sondern auch um das wirtschaftliche Überleben.

Hohenner macht deshalb aber auch klar: "Dass Geschäfte in Bayern erst eine Woche später öffnen dürfen als in anderen Bundesländern, ist eine zusätzliche große Herausforderung für unsere Einzelhändler und kann im Einzelfall schon existenzbedrohend sein. Auch für die größeren Einzelhandelsunternehmen mit über 800 Quadratmetern, für Kaufhäuser und Shoppingmalls sowie für Unternehmen in der Hotellerie und Gastronomie, im Event- und Cateringbereich, im Messe- und Veranstaltungsgeschäft wird es sehr schwer, noch weitere Wochen ohne Geschäftstätigkeit zu überstehen."

Mehr Zutrauen in Lösungskompetenzen der Wirtschaft

Deshalb brauche die Wirtschaft auf der einen Seite klare Vorgaben und praktikable Leitlinien, auf der anderen Seite aber auch mehr Zutrauen in ihr Verantwortungsbewusstsein. "Aus vielen Rückmeldungen unserer Mitglieder weiß ich, dass etliche Unternehmen darauf warten, auch eigene Ideen zur Umsetzung der Schutzauflagen einzubringen, die von Branche zu Branche unterschiedlich sein können", betont die IHK-Hauptgeschäftsführerin.

IHK fordert Öffnung aller Geschäfte unabhängig von Verkaufsfläche

Hohenner: "Eine Öffnung aller Geschäfte ab 27. April – unabhängig von der Verkaufsfläche – wäre ein fairer Wiedereinstieg in das Wirtschaftsgeschehen und würde zugleich dem Gesundheitsschutz trotzdem hohe Bedeutung beimessen, da Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln unabhängig von der Ladengröße sichergestellt werden können."

Für alle anderen Branchen, die im April noch nicht öffnen dürfen, wird es sehr schwer, weitere Wochen ohne Geschäftstätigkeit zu überstehen. "Für diese Unternehmen brauchen wir weitere Maßnahmen, damit sie bis zur Wiedereröffnung durchhalten."

Schutzschirm vorbildlich, Soforthilfe muss schneller fließen

Das vom Freistaat verabschiedete Paket aus Corona-Soforthilfe, Krediten, Steuerstundungen und Bayernfonds sei absolut stimmig, so Hohenner. "Die bayerische Staatsregierung hat die Sorgen der Wirtschaft sehr ernst genommen und reagiert." Kein anderes Bundesland, aber auch kein anderes Land weltweit, kann einen vergleichbaren Schutzschirm vorweisen. "Um die finanziellen Auswirkungen der Coronakrise für die Unternehmen noch besser abzufedern und Existenzen zu sichern, wird es jedoch zunehmend wichtiger, dass Soforthilfen sowie Kreditvergaben noch schneller fließen.“

Autor:

Roland Rosenbauer aus Forchheim

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