Radschnellverbindungen kommen voran

Übersichtskarte mit den Empfehlungen zu den Radschnellverbindungen. (Foto: Planungskonsortium: Planersocietät (Dortmund) Planungsbüro DTP (Essen); Planungsbüro VIA e.G. (Köln))
REGION (pm/nf) - Die geplanten Radschnellverbindungen in der Metropolregion Nürnberg nehmen eine weitere wichtige Etappe: Die Projektmitglieder haben sich auf verbindliche Qualitätsstandards für den Bau geeinigt und sieben empfohlene Trassen zur weiteren Prüfung festgelegt. Die Stadt Nürnberg verfolgt gemeinsam mit den Städten Erlangen, Herzogenaurach, Fürth und Schwabach und den Landkreisen Fürth, Nürnberger Land, Roth und Erlangen-Höchstadt und mit Unterstützung des bayerischen Innenministeriums und der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern e.V. (AGFK) den Aufbau eines leistungsfähigen Radschnellverbindungsnetzes in der Region.

„Das Projekt nimmt Formen an“, sagt Nürnbergs Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich: „Ich bin angenehm überrascht, dass wir so viele Partner unter einen Hut bekommen haben. Und wie es aussieht, werden wir in der Europäischen Metropolregion Nürnberg tatsächlich einige sehr wirksame Trassen anbieten können, die Pendlern den Umstieg aufs Rad vereinfachen. Das ist dann ein Gewinn für die Gesundheit der Umsteiger und natürlich ein Gewinn für die Lebensqualität der Bürger entlang der Hauptstraßen, die dadurch vom Verkehr entlastet werden.“

Das Vorhaben, das mit finanzieller und fachlicher Unterstützung durch die Oberste Baubehörde im bayerischen Innenministerium, das Staatliche Bauamt Nürnberg und die Regierung von Mittelfranken durchgeführt wird, hat im Kern zwei Ziele: Zum einen sollen bayernweit einsetzbare Standards für die technische Ausgestaltung der Trassen ermittelt werden. Zum anderen gilt es, die aus den anfänglich 20 angemeldeten nun sieben ausgewählten Routen konkret planerisch zu vertiefen und in einem weiteren Schritt auch möglichst viele davon zu bauen.

Die technische Ausgestaltung der neuen Radschnellverbindungen ist dreistufig angelegt – aus den dicht bebauten Bereichen führen klassische Radwege je nach Pendlerzahl und Bebauungsstruktur hin zu Radhauptverbindungen oder Radschnellwegen. Zusätzlich soll eine eingängige Kennzeichnung die Erkennbarkeit verbessern und die Trassen im Bewusstsein der Pendler verankern. Auf den Strecken soll eine Reisegeschwindigkeit von etwa 25 Kilometer pro Stunde möglich sein – ein Wert, der durch die Verbreitung von Pedelecs und E-Bikes realistisch geworden ist.

Von Anfang an hatten sich die teilnehmenden Kommunen auf Korridore geeinigt, die das beauftragte Planerkonsortium, bestehend aus den Büros Planersocietät aus Dortmund, VIA e.G. aus Köln und DTP aus Essen, bewerten sollte. Basis waren komplexe Rechenmodelle, die den gesamten möglichen Verkehr der jeweiligen Korridore auf Trassen bündelten und damit ein realistisches Abbild des Potenzials für eine Radschnellverbindung errechneten. Nachdem die Verbindungen vor allem ein Angebot an Pendler und weniger an Freizeitradler sind, ist eine möglichst gute Verknüpfung von Wohn- und Arbeitsstandorten wesentlich.

Entsprechend wurden auch die Trassen nach der bestmöglichen Nutzung durch Verkehre zwischen Wohn-, Ausbildungs- und Arbeitsorten ausgewählt. Im Detail geplant und berechnet werden nun die Routen von Herzogenaurach nach Erlangen (im Aurachtal), von Erlangen nach Nürnberg (parallel zur B4), von Fürth nach Erlangen, von Nürnberg nach Lauf (im Pegnitztal), von Nürnberg nach Oberasbach/Zirndorf (die Anbindung Stein gilt es zu prüfen), von Nürnberg nach Fürth und von Schwabach nach Nürnberg mit einem Zubringer in den Landkreis Roth.

Im Sommer dieses Jahres werden die Detailplanungen anlaufen, gegen Ende 2016 sollen die Vorschläge so weit präzisiert sein, dass sie den jeweiligen Stadt-, Kreis- oder Gemeinderatsgremien zur Diskussion und Abstimmung vorgelegt werden können. Dann beginnt die eigentliche Arbeit, die in der Genehmigung und dem nachfolgenden Bau einzelner Trassen liegt. „Natürlich wird es da an vielen Stellen Probleme geben und es müssen die unterschiedlichen Interessenslagen gegenüber dem Gemeinwohl abgewogen werden. Am Ende aber werden nach und nach die Radler auf den neuen Trassen ein völlig neues Fahrgefühl erleben können. Und das wird natürlich dann auch Vorbildcharakter haben“, so Ulrich.
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