Schüler-Power sucht dringend Sponsoren

Erich Schuster (l.) erklärt teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrern den Ablauf der neuen Schüler-Power-Staffel. (Foto: John R. Braun)
 
in Partnerfirmen können die jungen Leute selbst Hand anlegen und vielleicht ihren späteren Wunschberuf kennenlernen. (Foto: oh)

NÜRNBERG (vs) - 2007 hat Erich Schuster, Vorstand der defacto.x-stiftung, die Initiative „Schüler-Power“ (vormals Hauptschul-Power) ins Leben gerufen. Im September geht das ehrgeizige Projekt in die achte Runde. Damit es auch 2014 wieder ein voller Erfolg wird, werden noch dringend Sponsoren und Förderer gesucht.

Erich Schuster ist bereits seit einigen Jahren im Ruhestand. Der frühere Geschäftsführer von „defacto“ mit Sitz in Erlangen könnte aus der Öffentlichkeit zurückgezogen sein privates Leben genießen. Doch er nutzt ehrenamtlich einen Großteil seiner Zeit, um Jugendlichen eine Perspektive am Arbeitsmarkt zu eröffnen, denen das Leben nicht die besten Startchancen mit auf den Weg gegeben hat. Der MarktSpiegel hat mit Erich Schuster und über seine ehrgeizigen Ziele gesprochen.

MSP: Herr Schuster, können Sie das Projekt Schüler-Power kurz erklären?
Erich Schuster: Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse, die auf eine Mittelschule (die frühere Bezeichnung war Hauptschule) gehen und aus welchen Gründen auch immer für sich keine Perspektive für den erfolgreichen Eintritt ins Berufsleben sehen. In Zusammenarbeit mit erfahrenen Pädagogen und Trainern aus unterschiedlichen Bereichen bieten wir jeweils eine Folge aus acht Wochenend-Seminaren an, um diese jungen Menschen im Team fit für die Zukunft zu machen.

MSP: Und da wird dann zusätzlicher Schulstoff gepaukt?
Erich Schuster: Nein, ganz im Gegenteil. Es geht in erster Linie darum, den Jugendlichen positive Schlüsselerfahrungen zu vermitteln, wie Selbstvertrauen, Teamfähigkeit oder Eigeninitiative. Zum Programm gehört beispielsweise auch ein Training im Hochseilgarten sowie das Kennenlernen interessanter Ausbildungsberufe vor Ort, wo die Mittelschülerinnen und -schüler mitmachen und mitarbeiten dürfen.

MSP: Und das bringt wirklich etwas?
Erich Schuster: 90 Prozent aller Schülerinnen und Schüler, die bisher an den Projekten teilgenommen haben, haben den Sprung in die Ausbildung geschafft. Wer die acht Wochenenden durchzieht und sich für einen der vorgestellten Berufe interessiert, erhält von uns eine Ausbildungszusage und auf Wunsch während des 1. Lehrjahres einen qualifizierten Coach als Begleiter.

MSP: Wie werden die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ausgewählt?
Erich Schuster: Jedes Jahr können maximal 50 Schülerinnen und Schüler an den Projektwochenenden teilnehmen. Die Auswahl erfolgt auf Vorschlag der entsprechenden Lehrkräfte. Die Jugendlichen brauchen das Einverständnis der Erziehungsberechtigten und müssen sich selbst bewerben. Unser Einzugsgebiet sind Mittelschulen aus Nürnberg und dem Großraum, wie beispielsweise Fürth, Erlangen, Forchheim, Schwabach und Roth.

MSP: Wie finanziert sich das Projekt?
Erich Schuster: Pro Teilnehmer brauchen wir rund 3.850 Euro (plus Mehrwehrsteuer) für die acht Wochenend-Seminare. Zum Glück haben wir, neben der von mir gegründeten defacto.x-stiftung - bereits viele Unternehmen und Partner, die uns finanziell unter die Arme greifen. Aber wir würden uns natürlich freuen, wenn es noch mehr wären. Aufgrund der finanziellen Ausstattung können wir heuer - Stand Juli 2014 - nur rund 20 junge Leute zu den acht Projekt-Wochenenden anmelden. Hätten wir mehr Geld, könnten wir noch 30 weiteren interessierten Jugendlichen bis Anfang September eine Zusage geben.

MSP: Dieses Projekt ist für Sie also eine Herzensangelegenheit?
Erich Schuster: Ja, da bin ich mit Leib und Seele dabei. Sehen Sie, ich habe selbst nur einen Hauptschulabschluss und habe mich bis zum Geschäftsführer hochgearbeitet. Mittelschüler haben nicht selten einen schlechten Ruf. Sie gelten oftmals als lernfaul und bequem. Doch das trifft nur auf einen kleinen Teil zu. Viele haben ein schwieriges familiäres Umfeld und bräuchten nur einen kleinen Anstoß, um die Herausforderungen einer geregelten Ausbildung zu meistern. Die Gesellschaft sollte nie vergessen: Jeder Jugendliche ohne abgeschlossene Ausbildung ist ein Verlust für unsere Wirtschaft. Gerade in Zeiten zurückgehender Geburtenraten sollte dies ein Ansporn sein, dafür zu kämpfen, dass kein Mittelschüler auf der Strecke bleibt.

Hier können Sie spenden

Das Spendenkonto für die Aktion „Schüler Power“ lautet:

„Schüler-Power“
Stadt- und Kreissparkasse Erlangen
BLZ 763 500 00
Konto: 44 22 4
IBAN: DE65763500000000044224
BIC: BYLADEM1ERH
Sollten Sie eine Spendenquittung benötigen, geben Sie bitte in dem Betreff-Feld Ihre vollständigen Kontaktdaten (Anschrift) an. Eine Quittung kann ab einem Betrag von 50 Euro ausgestellt werden.
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