Trauer um früheren Regierungspräsidenten Karl Inhofer

Trauer um Karl Inhofer, der frühere Präsident der Regierung von Mittelfranken. (Foto: Regierung von Mittelfranken)
NÜRNBERG/REGION (pm/nf) - Die Stadt Nürnberg trauert um Karl Inhofer. Der frühere Präsident der Regierung von Mittelfranken ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Er stand von 1995 bis 2007 an der Spitze der mittelfränkischen Bezirksregierung.

In einer ersten Reaktion sagte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly: „Ich habe Karl Inhofer immer als Mann des Ausgleichs kennengelernt. Er war als Regierungspräsident natürlich formal der ,Statthalter‘ der Staatsregierung in Mittelfranken. Tatsächlich besaß er eine natürliche persönliche Autorität, die keines Präsidententitels bedurfte. Ihm war es wichtig, die Positionen der Staatsregierung gegenüber der Kommune darzulegen, umgekehrt aber auch für die berechtigten Interessen Nürnbergs zu werben. Sein Verhältnis zu unserer Stadt, aber auch zu allen mittelfränkischen Kommunen war von gegenseitiger Anerkennung und Respekt geprägt. Nicht die Rechtsaufsicht, sondern die Beratung stand im Mittelpunkt. Obwohl er nicht aus der Region stammte, war er ein überzeugter und bekennender Mittelfranke. Als Präsident der Internationalen Orgelwoche Nürnberg (ION) hat er die ION als eines der bundesweit führenden Festivals kirchlicher Musik maßgeblich begleitet. Den Ausbau der Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg zu einem der größten öffentlichen Nahverkehrsverbünde hat er mit viel Engagement ebenso vorangetrieben wie die Entstehung der Metropolregion Nürnberg aus der Region heraus. Die Stadt Nürnberg wird ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.“

Karl Inhofer wurde am 28. Dezember 1942 in Neustadt an der Weinstraße geboren. Das Studium der Rechtswissenschaft an der Technischen Hochschule führte ihn nach München. Nach dem Abschluss mit der zweiten juristischen Staatsprüfung trat er 1970 in den bayerischen Staatsdienst ein. Er war unter anderem tätig bei der Regierung von

Oberbayern, am Landratsamt Miesbach und im bayerischen Innenministerium. Ab Mai 1990 war er Berater im Innenministerium der früheren DDR in Berlin, anschließend wurde er Leiter der Abteilung Staats- und Verwaltungsrecht im Thüringer Innenministerium. Von 1992 bis 1995 war Inhofer Regierungsvizepräsident der Regierung von Mittelfranken. 1995 folgte er Heinrich von Mosch als Regierungspräsident von Mittelfranken nach. Dieses Amt übte er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2007 aus.

Als Vorsitzender des Grundvertragsausschusses des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg hat er die Interessen des Freistaats vertreten und den Verkehrsverbund gleichzeitig zu einem Instrument für die Weiterentwicklung der kommunalen Zusammenarbeit genutzt.

Inhofer hatte sich der kulturellen Belange im Regierungsbezirk Mittelfranken besonders angenommen. Sein großes Engagement galt auch dem Germanischen Nationalmuseum, dem Windsbacher Knabenchor und der Bachwoche Ansbach. Inhofer war Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und des Bayerischen Verdienstordens sowie Ehrensenator der Friedrich- Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
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