Was tun, wenn‘s geblitzt hat?

Bei vielen Autofahrern gefürchtet: Geschwindigkeitskontrolle mit „Blitzer“. Symbolbild: Auto-Medienportal.Net/ADAC

(ampnet) - Jährlich bekommen rund 2,8 Millionen Autofahrer Punkte in Flensburg, weil sie mindestens 21 km/h zu schnell unterwegs waren.


Wenn‘s geblitzt hat, sind Schreck und Verunsicherung meist groß: War ich wirklich so schnell? Wurde überhaupt richtig gemessen? Bekomme ich Punkte oder gar ein Fahrverbot? Bei der ADAC-Rechtsberatung in der Münchner Zentrale des Automobilclubs melden sich täglich bis zu 1.500 Mitglieder mit Fragen rund um Auto, Verkehr und Mobilität, darunter auch immer wieder welche zu Geschwindigkeitsverstößen. Fakt ist: Die Ausrede, dass man beispielsweise den Flieger erreichen musste, stellt keine Entlastung dar. Sie suggeriert vielmehr Vorsatz, was die Verdoppelung der Geldbuße nach sich ziehen könnte, warnt der ADAC. In der Regel sind die Messgeräte korrekt; nur in wenigen Fällen lassen sich technische Fehler oder eine falsche Bedienung nachweisen. Wer aber überzeugt ist, dass etwas nicht stimmt, sollte sich über einen Anwalt Akteneinsicht geben lassen und klären, ob es überhaupt Anknüpfungspunkte für ein teures Sachverständigengutachten gibt.

„Gnade“ nur in Ausnahmefällen

Ein Fahrverbot kann nur im Ausnahmefall und wenn ganz besondere Gründe vorliegen in eine Geldbuße umgewandelt werden – insbesondere, wenn die Kündigung des Arbeitsplatzes droht, weil nicht mehr Auto gefahren werden kann. In solch einem Fall kann gegen eine höhere Geldbuße (meist wird verdoppelt) von einem Fahrverbot abgesehen werden.

Wird ein Fahranfänger während der Probezeit mit 21 km/h zu viel geblitzt, verlängert sich nach Rechtskraft des Bußgeldbescheids die Probezeit von zwei auf vier Jahre. Außerdem muss ein Aufbauseminar in einer Fahrschule besucht werden.

Beim Übersehen des Schildes, das über die Höchstgeschwindigkeit informiert, lohnt sich ein Einspruch nach ADAC-Angaben nur selten. Die Frage ist, ob das Schild ausreichend gut zu erkennen war. Dies prüft in der Regel jedoch die Polizei, wenn sie die Messstelle einrichtet.

Erreicht den Temposünder wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 13 km/h kein Verwarnungsgeld sondern gleich ein Bußgeldbescheid, könnte das Verwarnungsgeldschreiben in der Post verloren gegangen sein. Dies wertet die Behörde als „nicht bezahlt“ und erlässt einen Bußgeldbescheid. Dann werden neben 25 Euro Strafe auch 28,50 Euro Verfahrenskosten fällig. Wer einen Verkehrsrechtsschutz hat, bekommt das Geld erstattet.

Anhand des Fotos vom Blitzer muss eine zweifelsfreie Identifizierung des Fahrers möglich sein. Bleiben beim Gericht Bedenken, kann es einen Gutachter einschalten oder gleich das Verfahren einstellen. Allerdings droht dann dem Halter die Führung eines Fahrtenbuches als Auflage.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.