Standseilbahn auf dem Petrin wieder in Betrieb
Prag hat neue Touristenattraktion
- In Prag ist die Standseilbahn auf den Hausberg Petrin (Laurenziberg) nach zweijährigen Bauarbeiten mit neuen Fahrzeugen wiedereröffnet worden.
- Foto: Michael Heitmann/dpa
- hochgeladen von Arthur Kreklau
PRAG (dpa/ak) – Nach zwei Jahren Pause fährt die Standseilbahn auf den Prager Hausberg Petrin wieder. Die ersten Fahrgäste erlebten am Wochenende nicht nur neue Kabinen, sondern auch eine Reihe verspielter Effekte, die der traditionsreichen Bahn einen modernen Anstrich geben. Zur Eröffnung kamen zahlreiche Ehrengäste, darunter Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda. Ein Priester segnete die Anlage mit Weihwasser.
Die Strecke misst 510 Meter und überwindet rund 130 Höhenmeter. Wenn sich die beiden Wagen auf halber Höhe begegnen, reagieren sie mit einem kleinen Schauspiel: Eine Kabine „zwinkert“, die andere antwortet mit einer Innenbeleuchtung, die kurz rötlich aufglüht. Die Fahrzeuge stammen aus der Werkstatt der jungen Designerin Anna Maresova, die großzügige Glasflächen mit Retro-Elementen kombinierte. Sie sprach von einer intensiven Zusammenarbeit mit den Karosseriebauern und räumte ein, bei Details kaum Kompromisse zu machen.
Geliefert wurde die Technik von der österreichisch-schweizerischen Doppelmayr/Garaventa-Gruppe. Ein Unternehmensvertreter lobte das Zusammenspiel von Gestaltung und Ingenieurwesen – und überreichte als symbolisches Geschenk eine Kuhglocke. Sie stehe für Tradition und Heimat und solle an die Wurzeln des Seilbahnbaus erinnern.
Neu ist auch die Steuerung: Die Kabinen werden vollständig von der Bergstation aus kontrolliert und bieten Platz für bis zu 120 Personen. Zum Start läuft ein Probebetrieb im Zehn-Minuten-Takt zwischen der Talstation Ujezd und dem Gipfel. Der Fahrpreis beträgt 100 Kronen, etwa 4,10 Euro.
Im September 2024 war der Betrieb nach starken Regenfällen eingestellt worden, weil der Hang instabil geworden war. Die Sanierung der Strecke und die neuen Fahrzeuge kosteten insgesamt rund 11,2 Millionen Euro. Im Rekordjahr 2019 nutzten mehr als 2,2 Millionen Menschen die Standseilbahn – ein Wert, den die Stadt nach der Modernisierung wieder erreichen möchte.
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